Klarheit bei Kaufungen gefordert

Runder Tisch: "A44-Trasse wäre eine Katastrophe"

Kaufungen/Helsa. Kaufungen will sich mit der im Winter in groben Zügen bekannt gewordenen Trassenplanung für die Autobahn 44 bei Kaufungen nicht abfinden. „Die Folgen der Trasse wären für Kaufungen eine Katastrophe“, heißt es in einem Positionspapier, das jetzt vom Runden Tisch verabschiedet wurde.

Der „Runde Tisch A 44“ ist ein Zusammenschluss von politischen Parteien, Verbänden und Bürgerinitiativen im Lossetal unter Leitung des Kaufunger Bürgermeisters Arnim Roß. Auch die Kaufunger Wählergemeinschaft (KWG) wird wieder aktiv, sie organisiert eine Postkarten-Protestaktion, an der sich alle Bürger beteiligen können.

Lesen Sie auch:

- A 44: CDU gegen Umleitung durch die Ortschaften

- A44-Ausbau: Harsche Kritik an Ministern

Einer der Kritikpunkte des Runden Tisches: Durch den teilweisen Wegfall der B 7 würde der gesamte Umleitungsverkehr von der A 44 mitten durch Kaufungen und Helsa fließen. Man fordere „mit besonderem Nachdruck“ eine faire Planung und erwarte, dass die Landesregierung mit der Gemeinde umgehend das Gespräch sucht. An die Adresse des hessischen Verkehrsministers Florian Rentsch (FDP) heißt es: „Herr Minister, reden Sie mit uns, und zwar möglichst bald.“

Rentsch hatte in einem Brief an Bürgermeister Arnim Roß (SPD) erklärt, dass die Überprüfung der Planung für den Abschnitt Kaufungen durch das Bundesverkehrsministerium „nach wie vor nicht abgeschlossen“ sei, teilt der Runde Tisch weiter mit. Minister Rentsch unterstütze aber nach wie vor eine wohnortferne Trassenführung, um die Bevölkerung vor Lärm und die Natur vor Eingriffen zu schützen.

Noch Rechnungshof hören

Wie die Planung für den A 44-Abschnitt Kaufungen im Einzelnen aussieht, das liegt immer noch im Dunkeln. Auf Nachfrage der HNA machte das Bundesverkehrsministerium am Dienstag keine Angaben dazu. Es teilte lediglich mit, dass die Bundesregierung über die vom Land Hessen erstellte Planung erst entscheiden werde, wenn eine weitere Stellungnahme des Bundesrechnungshofs vorliege.

Der Rechnungshof hatte umfangreiche Fragen zu der Planung aufgeworfen, erklärte das Ministerium in Berlin – nach Informationen der HNA ging es dabei unter anderem um die Kosten einer Grünbrücke für den Wildwechsel. Auch die Notwendigkeit der parallel zur neuen Autobahn verlaufenden Bundesstraße 7 wurde von den Rechnungsprüfern bestritten. Das Bundesverkehrsministerium hat nach eigenem Bekunden hierzu Stellung bezogen. Nun sei der Rechnungshof noch mal am Zug.

Wenn dessen Stellungnahme vorliege, werde der Bundesverkehrsminister abschließend über die Trassenplanung entscheiden. Wann dies der Fall sein wird, das ließ der Ministeriumssprecher in Berlin offen.

Von Holger Schindler

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.