Friedenspädagogischen Lehrpfad thematisiert Zweiten Weltkrieg und Terror des Nationalsozialismus

Rundkurs soll Erinnerung wach halten

Erinnerungen und Gedenken: Oberst a. D. Jürgen Damm (rechts) mit Walter Hohbein (von links), Georg Gramalla, Uwe Kranz, Paul Brotz und Franz Becker vor der Gedenktafel an die Patienten der Landesheil- und Pflegeanstalt Merxhausen, die von den Nazis umgebracht wurden. Foto: Michl/nh

Bad Emstal. Noch ist der Bad Emstaler Friedenspädagogische Lehrpfad nicht vollständig. Es fehlen die großflächigen Informationsschilder mit den ausführlichen Erklärungen für die jeweilige Station. Sie sollen im kommenden Jahr aufgestellt werden. Trotzdem kann man den Pfad bereits erkunden. Er wurde von Jürgen Damm, stellvertretender Vorsitzender des Landesverbandes Hessen im Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge (VDK), initiiert.

Die gesamte Strecke ist elf Kilometer lang. Angeboten wird aber auch eine kleine Runde von sechs Kilometern.

Grundidee des Friedenspädagogischen Lehrpfads war für den VDK, im Forschungsprojekt „Kriegsgräberstätten in Hessen“ zusätzlich zur dafür ausgewählten Kriegsgräberstätte in Breuna auch die am 15. Juni 1958 in Bad Emstal eingeweihte Gedenkstätte zu erforschen. Dabei sei deutlich geworden, so Damm, dass es neben dieser Gedenkstätte in der Gemeinde eine Reihe von Plätzen gibt, an denen historische Zusammenhänge des Zweiten Weltkrieges und der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft verdeutlicht werden können. Die Idee, diese Orte mit einem Rundwanderweg zu verbinden, wurde in Kooperation mit Gemeinde, Christine-Brückner-Schule, Kultur- und Geschichtsverein, Vitos-Klinik sowie Bad Emstaler Bürgern verwirklicht.

Die Stationen des Friedenspädagogischen Lehrpfades mit Ausgangspunkt Klostermuseum in Merxhausen sind die Kriegsgräberstätte bei Sand, die Gedenktafel zur Erinnerung an die jüdische Gemeinde in Riede und das Merxhäuser Gräberfeld von „Displaced Persons“. Hier fanden überwiegend Zwangsarbeiter ihre letzte Ruhe.

Letztes Gefecht

Weitere Stationen sind eine ehemalige Gaststätte in Merxhausen, wo in unserer Region das letzte Gefecht im Zweiten Weltkrieg vom 31. März auf den 1. April 1945 verlustreich stattfand, sowie die einstige Landesheilanstalt, wo Menschen mit Behinderung im Rahmen der Aktion T4 von den Nationalsozialisten für den Transport in die „Euthanasie-Tötungsanstalt“ Haddamar selektiert wurden.

Eine Tafel in der Vitos-Klinik erinnert an das unmenschliche Geschehen.. (zih/nh)

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