Erklärung für tief fliegende Passagiermaschinen: Bei Warburg sind diese zwischen 1523 und 2133 Meter hoch

Tiefflüge über der Region: Das ist die Erklärung

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Gelandet: Maschinen, die den Flughafen Paderborn anfliegen, sind über der Region Kassel schon im Landeanflug. Das Funkfeuer, das sie anvisieren, steht in Warburg.  

Kassel/Baunatal. Passagierflugzeuge über Kassel und Baunatal in einer Höhe von 1200, 1300 Metern – diese Beobachtungen gab ein Baunataler kürzlich in einem Anruf weiter. Nach einem Artikel in der HNA meldeten sich zahlreiche Menschen aus der Region, die ähnliche Flugbewegungen registriert haben.

Eines kristallisiert sich inzwischen heraus: Die meisten Maschinen mit relativ geringer Flughöhe über Kassel befinden sich wohl im Landeanflug auf den Flughafen Paderborn.

Flugsicherung bestätigt

Die Deutsche Flugsicherung in Langen (DFS), die vergangene Woche noch Flugzeuge in solchen Höhen über Nordhessen ausschloss, räumt inzwischen ebenfalls diese Variante ein. Die Gesellschaft, die den gesamten deutschen Luftraum überwacht, bestätigt, dass Maschinen im Landeanflug auf Paderborn über die Region Kassel fliegen.

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Anflugpunkt von verschiedenen Luftstraßen ist ein Funkfeuer, das von Kassel 30 Kilometer entfernt in Warburg steht. Eine Art Leuchtturm für Flugzeuge. Diese Funksender passieren die Flugzeuge nach Vorschrift der DFS in einer Flughöhe von mindestens 5000 Fuß über dem Meeresspiegel, das sind 1523 Meter.

Die Lotsen führten die Maschinen aber meistens in einer Höhe von 7000 Fuß (2133 Meter) über Warburg, sagt Ute Otterbein, Sprecherin der Flugsicherung in Langen. „Die Minimum-Flughöhe liegt bei 5000 Fuß.“

Das Landeverfahren auf Paderborn erläutert auch der Kasseler Fluglehrer und Checkpilot fürs Luftsfahrtbundesamt, Diplom-Ingenieur Herbert Lindenborn. Mehrere Luftstraßen führten zum Funkfeuer in Warburg, einem sogenannten VOR (VHF Omnidirectional Radio Range), sagt der 60-Jährige. „Das gilt sowohl für kleine als auch für große Maschinen.“ Von dort aus gingen die Flugzeuge wie auf einer schiefen Ebene runter bis zum Flughafen Paderborn.

Lindenborn widerspricht allerdings Beobachtungen von Menschen aus Stadt und Landkreis Kassel, dass dieses Anflugverfahren auf Paderborn neu sei, sich also erst jüngst Maschinen in diesen relativ geringen Höhen über Nordhessen bewegten. „Dieser Landeanflug hat sich seit 15 bis 20 Jahren etabliert.“

Auch Fluglehrer Uwe Knabe, der in Kassel-Calden ein Charterflugunternehmen betreut und ebenfalls Checkpilot fürs Luftfahrtbundesamt ist, bestätigt die Angaben. „Ich praktiziere das selbst.“ Bei Warburg beginne das Standardanflugverfahren für Paderborn, sagt Knabe. „Wenn die Maschinen von Süden kommen, fliegen sie über Kassel.“

Von Sven Kühling

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