Rennen in ganz Deutschland

Zwölfjährige Vellmarerin ist leidenschaftliche Kart-Fahrerin

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Seit fast zwei Jahren ihre Leidenschaft: Die 12-jährige Samra Smajic im Kart. Bald fährt sie in einer höheren Klasse mit einem größeren Motor.

Vellmar. Das schlanke Mädchen mit den großen blauen Augen schaut freundlich, spricht ruhig und sieht in ihrem pink T-Shirt wie ein hübscher zwölfjähriger Teenager aus. Für was interessiert sich Samra Smajic? Ballett, Volleyball oder vielleicht sogar Kunst?

„Ich fahre seit eineinhalb Jahren Kart und hatte schon einige Rennen“, sagt sie.

Auf den ersten Blick sieht man Samra ihr außergewöhnliches Hobby nicht an. Eine halbe Stunde später allerdings steht sie in einem feuerfesten Anzug, klobigen Schuhen, Handschuhen und einem eisblauen Helm vor dem Parkplatz ihres Zuhauses. Und schon wird aus einem hübschen Mädchen eine Rennfahrerin.

Begeisterung für den Rennsport hat sie schon seit ein paar Jahren. Regelmäßig schaute sie zusammen mit Papa Suad Smajic Formel 1, bis dieser ihr vor über einem Jahr ihren größten Wunsch erfüllte: Kartfahren. Aus dem Hobby in der Halle wurde schnell eine große Leidenschaft. „Zuerst sind wir nur in der Halle unterwegs gewesen, aber seit einiger Zeit zieht es sie zu offenen Rennstrecken.“ Ein aufwendiges Hobby. „Es gibt keine Trainingsstrecken in der Nähe, und so müssen wir sehr weit fahren“, sagt Samras Vater.

Jedes zweite Wochenende packt die Familie einen großen Transporter voll und reist zu verschiedenen Rennstrecken innerhalb Deutschlands. „An so einem Wochenende fahren wir mal gut 650 Kilometer. Und das nur, um sieben oder acht Stunden zu trainieren“, sagt Suad Smajic. Und das unter freiem Himmel, denn das Fahren in einer Halle „ist nicht so gut für meinen Fahrstil“, sagt Samra.

Ein teures Vergnügen, wenn man bedenkt, dass nicht nur die Kartreifen regelmäßig erneuert werden, sondern auch Trainingsgebühren, Fahrtkosten, Verpflegung und Miete für den Transporter dazukommen. „An so einem Wochenende ist man schnell 1500 Euro los“, sagt Suad Smajic.

Eine Frau im Rennsport ist selten, ein zwölfjähriges Mädchen, das schon bei einem Zwölf-Stunden-Rennen in der Halle mitgefahren ist und dabei mit ihrem Team den ersten Platz gemacht hat, „ist einzigartig“, sagt der Vater. Bei einem Rennen in Liedolsheim hatte sie am ersten Tag den vierten und am zweiten Tag den sechsten Platz von 150 Startern gemacht. „Schnell, spannend, geil“, beschreibt Samra den Rennsport. „Im Kart 100 Stundenkilometer zu fahren, ist wie 200 in einem Auto“, sagt Suad Smajic. Große Angst hat er um seine Tochter nicht. „Sie lässt sich nicht aus der Ruhe bringen und weiß, was sie tut.“ Mama Azra ist stolz auf ihre Tochter, auch wenn sie manchmal die Augen zusammenkneift, wenn Samra sich ein Duell auf der Kartbahn liefert.

Von Anthoula Gigoriadou

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