Baunataler Rockröhre verspricht Überraschung für Konzert am 19. Januar in der heimischen Stadthalle

Sänger Michael Holderbusch: Anruf von Dieter Bohlen wäre nicht schlecht

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Lebt jetzt von seiner Musik: Rocksänger Michael Holderbusch. Der Sänger mit der coolen Brille gastiert am Donnerstag in seiner Heimatstadt Baunatal.

Baunatal. Eine musikalische Überraschung soll es beim Konzert am 19. Januar in Baunatal geben, und einen Anruf von Dieter Bohlen würde Michael Holderbusch gut finden. Das verriet er uns in einem Interview.

Die offizielle Website von Michael Holderbusch.

Gerade ist es ein Jahr her, dass Rocksänger Michael Holderbusch Zweiter in der RTL-Castingshow „Das Supertalent“ wurde. Inzwischen hat sich der Baunataler – bis zum Fernseherfolg Hartz-IV-Empfänger – mit dem Mann mit der Mundharmonika zusammengetan: Michael Hirte, der 2008 den Supertalent-Titel gewann. Hirte macht auf seiner Tournee am 19. Januar in die Baunataler Stadthalle Station, und Holdi ist als Gaststar dabei. Wir erreichten ihn telefonisch in Ostdeutschland, wodie meisten Konzerte stattfinden, um den 32-Jährigen zum Stand der Dinge zu fragen.

Herr Holderbusch, wo genau erwischen wir Sie gerade?

Michael Holderbusch: In Erkner in der Nähe von Berlin. Da haben wir heute Abend ein Konzert.

Wie lange sind Sie jetzt schon unterwegs?

Holderbusch: Ungefähr 20 Konzerte haben wir hinter uns. Insgesamt werden es bis zum April 70 sein, immer in Blöcken. Jetzt läuft die Serie bis zum 22. Januar, da ist auch Baunatal dabei. Danach kommt eine Pause, und am 6. Februar geht es weiter.

Michael Holderbusch im Regiowiki.

Spielen Sie jetzt auch schon Mundharmonika?

Holderbusch (lacht): Nein. Ich habe es aber früher schon mal versucht. Mit Blues-Stücken.

Passt das überhaupt zusammen – die Rockballaden von Holdi und Hirtes Mundharmonika?

Holderbusch: Das passt ganz gut. Schließlich kennt man die Mundharmonika ja auch aus dem Blues. Außerdem spielt Michael Hirte kein reines Rentner-Tanzcafé-Programm – da ist alles dabei von Volksliedern über Filmmusik bis zu Popsongs, für Jung und Alt.

Wie viel Zuschauer kommen pro Abend?

Holderbusch: 500 bis 800, je nach Hallengröße. Teilweise sind die Konzerte ausverkauft.

Wird es nicht langweilig, dauernd dieselben Songs zu singen?

Holderbusch: Nein. Die Sachen, die ich singe, singe ich gern. Außerdem ist jeden Abend alles anders, andere Halle, anderes Publikum. Und man singt auch jedes Mal anders.

Welches Programm gibt es am Donnerstag in Baunatal? Auch mal was Neues?

Holderbusch: Das ist ein Mix aus Stücken, die man kennt, und Überraschungen. Natürlich sind „Waltzing Mathilda“ und „You are so beautiful“ dabei, aber es kommt auch was, was keiner erwartet.

Und nach der Tournee – wartet dann das große Loch?

Holderbusch: Es wird bei mir weniger sein, aber es ist schon noch was los. Fürs Baunataler Stadtfest bin ich wieder gebucht, es kommen Auftritte in Clubs und bei Open-Airs. Sehr wahrscheinlich werde ich auch das erste Album aufnehmen. Momentan ist das gar nicht möglich, ich habe keine Zeit dafür.

Wird die Musik auch nach der Tournee genug Geld für den Lebensunterhalt bringen?

Holderbusch: Momentan kann ich davon leben. Die Zukunft sieht auch nicht so schlecht aus, ich bin da ganz zuversichtlich.

Wär’s nicht doch gut, wenn Poptitan Dieter Bohlen mal anrufen würde, um mit Ihnen eine CD zu produzieren und die auch groß zu vermarkten? Damals, beim Supertalent, war er doch des Lobes voll. 

Holderbusch: Ein Anruf von Bohlen kann nie schaden, wenn er für einen was tun will. Ich würde mich schon darüber freuen.

Haben Sie die neue Supertalent-Staffel gesehen?

Holderbusch: Nur ganz selten, meistens habe ich selbst auf der Bühne gestanden. Das Finale habe ich aber zusammen mit Leuten von der Tournee im Hotel geguckt.

Was sagen Sie zum Sieger?

Holderbusch: Leo Rojas macht ja was Ähnliches wie Michael Hirte, aber die Panflöte ist schon ein ziemlich spezielles Instrument. Ich wünsche ihm, dass er seinen Erfolg haben wird.

Bleibt es trotz vieler Engagements außerhalb der Region bei Ihrem Lebensmittelpunkt Baunatal?

Holderbusch: Bisher ist nichts anderes geplant.

Was sagt Ihre Freundin, die aus Ostdeutschland stammt?

Holderbusch: Die muss halt damit leben. Der Rest ist Privatsache.

Zur Person:

Michael Holderbusch (32), in Kassel geboren, lebt seit Kindertagen in Baunatal. Er besuchte die Theodor-Heuss-Schule in Altenbauna und machte den Realschulabschluss. Es folgte ein Jahr Berufsfachschule für Wirtschaft in der Kasseler Martin-Luther-King-Schule.

Danach brach Holderbusch an der Friedrich-Liszt-Schule, die ihn zum Fachabitur führen sollte, ab und begann eine Lehre bei der Deutschen Bahn. Dort war er zuletzt im Stellwerk tätig und wurde 2006 arbeitslos. Er bezog bis kurz nach seinem Fernseherfolg Hartz IV, seitdem lebt er von der Musik.

Seit 2004 ist Holderbusch mit Bands unterwegs, von Zeit zu Zeit tritt er mit der Bigband der Musikschule Baunatal auf, wo er seine ersten musikalischen Schritte ging. (ing)

Hintergrund

Mundharmonika-Mann Michael Hirte, der wie Michael Holderbusch lange arbeitslos war, ist mit seinem Programm „My way“ auf Tour. Mit dabei ist neben Holdi die Sängerin Simone Oberstein.

Vor dem Konzert am Donnerstag, 19. Januar, ab 19.30 Uhr in der Baunataler Stadthalle, gastieren die drei am Mittwoch, 18. Januar, 19.30 Uhr, bereits in der Stadthalle Göttingen. Tickets (34 bis 39,60 Euro): HNA-Kartenservice in Baunatal, Europaplatz 1, Tel. 05 61/49 18 90, und in Kassel, Kurfürstengalerie, Tel. 05 61/20 32 04.

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