Leiterin Anne Wiemer hat den Lohfeldener Chor TonArt mit neuem Leben erfüllt

Bei den Sängern kribbelt’s wieder

Stimme von Gefühlen abhängig: Anne Wiemer (am Klavier) ist die neue musikalische Leiterin des modernen Chors „TonArt“, auch Chorsprecher John Jory ist auf unserem Bild (4. von rechts) zu sehen. Foto: Wohlgehagen

Lohfelden. Der Chor „TonArt“ ohne Ute Kirchner? Das ginge gar nicht, hieß es im August noch, als die Gründerin und langjährige musikalische Chefin des modernen Vokalchors ihr Amt aus privaten Gründen abgab. Der Chor überwand seine anfängliche Schockstarre aber trotz dieser Prognosen und nahm Anne Wiemer (34) aus Kassel unter Vertrag. Die Verpflichtung der professionellen Sängerin und Schauspielerin erweist sich als Volltreffer.

„Die Harmonie ist da, es kribbelt wieder im Rücken“, sagt John Jory. Er sei wie die anderen Sängerinnen und Sänger von der Dynamik und Ausstrahlung Anne Wiemers begeistert und der Chor auf dem Weg zu neuer Qualität, so der TonArt-Sprecher gegenüber unserer Zeitung.

Eigene Konzerte will TonArt in diesem Jahr noch nicht geben. „Dafür braucht es noch etwas Zeit, Vertrauen und Mut“, sagte Anne Wiemer, die ihre etwa 30 Chorsänger jeden Dienstag (19.30 bis 21.30 Uhr) zur Probe in die Alte Schule in Lohfelden, Ochshäuser Dorfstraße 20, bittet.

Beim Training für den weltbekannten Song „As Time Goes By“ (aus dem Film Casablanca) wird der neue Weg von TonArt erkennbar: Kurze Unterbrechungen nutzt die äußerst temperamentvoll agierende Chorleiterin für zielgerichtete, fast suggestiv wirkende Fragen: „Wie fühlt ihr euch, enttäuscht oder leicht wehmütig?“ Dann erklärt sie der Frauengruppe „dass sie mit Mezzoforte immer drüber sein muss“, bevor sie ihren Gesangsschülern schauspielreif vormacht, wie man instrumentengleiche Trompetenklänge und Schnarchlaute perfekt über die Lippen bringt.

Die Arbeit mit TonArt mache ihr Spaß, „weil sie auf einen von Ute Kirchner sehr gut vorbereiteten Boden fällt“, sagte Anne Wiemer der HNA.

Die neue Dirigentin, die in Nordhessen aufgewachsen ist, in Köln studiert hat und heute auch als Dozentin an der Schule für darstellende Künste in Kassel tätig ist, sieht es als Teil ihrer Aufgabe an, Stimme, Körper, Geist und Seele gleichermaßen zu berücksichtigen. Sei man mit sich im Einklang, könne man über die bisherigen Grenzen hinauswachsen, sagte Anne Wiemer über ihre Philosophie. (ppw)

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