VW sagt Energiefressern den Kampf an

Baunatal. 600.000 Euro gehen dem VW-Werk pro Jahr verloren, weil es unzählige Lecks in Luftdruckleitungen gibt. Und auch an anderen Stellen wird Geld verschwendet, weil unnötig Strom und Wärme verloren gehen.

Der Autobauer hat deshalb Energiefressern in den Produktionshallen den Kampf angesagt. Bis zum Jahr 2018 will Volkswagen konzernweit den Aufwand pro erzeugtem Teil um 25 Prozent senken. „Think Blue Factory“ lautet der Titel für die VW-Umweltinitiative.

Unter anderem gehe es um Maschinen, die am Sonntag oder in anderen produktionsfreien Stunden weiterlaufen, erläutert Rupert Zeh, Chef der Werktechnik in Baunatal. Die Anlagen sollen künftig runtergefahren und abgeschaltet werden. Zwischen 1000 und 3000 Euro ließen sich so pro Maschine im Jahr sparen.

Erst kürzlich kamen 400 Umweltbeauftragte des Konzerns in der Auto-Uni Wolfsburg zusammen und berieten, wie das Sparziel von 25 Prozent in aller Welt umgesetzt werden kann. Bis 2018 wolle VW ökologisch die weltweit führende Rolle im Automobilsektor einnehmen, hieß es.

Ein großer Baustein im Sparkonzept des Baunataler Werkes ist der Umgang mit Heizungsenergie. Die riesigen Hallen werden Stück für Stück mit moderner Lüftungstechnik bestückt. Die Halle drei ist bereits komplett engiesparend ausgestattet, die Halle vier weitgehend, nur Halle eins und zwei haben noch alte Anlagen.

Bis 2018 sollen alle Gebäude neue Lüftungsanlagen haben, sagt Rupert Zeh. Kosten: Zehn Millionen Euro. Nach vier Jahren sei das investierte Geld aufgrund der Energieeinsparung wieder in der Kasse, ergänzt Dirk Sauermann vom VW-Energieteam in Baunatal.

Bisher sei die Außenluft aufwendig im Keller und im Erdgeschoss vorgewärmt worden, erläutert Sauermann. Anschließend sei die warme Luft in den Hallen gleich wieder durch das Dach abgesaugt und an die Umwelt abgegeben worden.

Mit der neuen Technik nutzen die Experten die Wärme der alten Luft und heizen damit in riesigen Rotationswärmetauschern die von außen angesaugte Frischluft auf. Beispiel: Außenluft von minus zwölf Grad lässt sich so auf plus 13 Grad erwärmen.

Von Sven Kühling

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Rubriklistenbild: © Kühling

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