Das sagt die Landeskirche Kurhessen-Waldeck

Die Entscheidung, ob eine Bestattung vom Pfarrer oder von einem privaten Trauerredner gestaltet wird, fällt meistens beim Bestattungsunternehmen. Das sei „die Schaltstelle“, sagt Dr. Lutz Friedrichs, Referent für Gottesdienst und Kirchenmusik bei der evangelischen Landeskirche von Kurhessen Waldeck.

Dr. Lutz Friedrichs

Denn der Pfarrer habe heutzutage nur noch selten den ersten Kontakt mit den Angehörigen. Über die Zahl privater Trauerreden gebe es keine verlässlichen Zahlen, berichtet Friedrichs. Allerdings könne es sein, dass sie zunehmen. Bundesweit sei 2007 in zehn Prozent der Beerdigungen auf ein kirchliches Begräbnis verzichtet worden, obwohl die Verstorbenen der evangelischen Kirche angehörten. Umgekehrt hätten sich in noch mehr Fällen Angehörige für den Pfarrer entschieden, obwohl der Verstorbene keiner Kirche angehörte. Bisher sei es die Einzelfallentscheidung des Pfarrers, ob er eine Bestattung begleitet, obwohl der Verstorbene kein Mitglied der Kirche ist, oder nicht.

Angesichts der hohen Zahl von Gläubigen, die aus der Kirche ausgetreten sind, gebe es eine Diskussion, ob sich die Kirche diesem Personenkreis generell wieder mehr öffnen sollte. Die Ansicht des Trauerredners Scholze, kirchliche Beerdigungen böten nicht genügend Individualität, weist Friedrichs zurück. „Es ist gerade unsere Stärke, Biografisches mit christlicher Tradition zu verbinden“, sagt er. Auch auf Angehörigenwünsche gehe man ein. Wenn es nach dem Eindruck des Pfarrers für die Trauerbewältigung wichtig sei, könne auch ein Popsong gespielt werden. Eine Zusammenarbeit zwischen Pfarrer und privatem Trauerredner bei der Beerdigung könne er sich nur in Ausnahmefällen vorstellen, sagt Friedrichs. Er habe von so einem Fall noch nicht gehört. Für einen Dialog sei die Kirche aber offen. (pdi)

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