Briefmarken-Tauschtag: Einmal im Monat großes Treffen in Baunatal – Fehlender Nachwuchs bereitet Sorgen

Sammler leisten detektivische Arbeit

Hoffen auf künftig mehr junge Briefmarkensammler in ihrem Baunataler Verein (von links): Günther Pöpperl (stellvertretender Vorsitzender) und Klaus Dieter Riedel (erster Vorsitzender). Foto: Uminski

Baunatal. Ausgerüstet mit Pinzetten, Lupen mit integrierter Beleuchtung und vielen Alben machen sich jeden dritten Sonntag im Monat Briefmarkensammler aus Baunatal und der Umgebung auf den Weg in das Haus der Vereine am Erlenbach. Neben dem regen Austausch werden untereinander auch fleißig Briefmarken getauscht. Jeder Sammler ist ein Spezialist auf seinem Gebiet.

Die vielfältigen Briefmarkenmotive reichen von Gewürzen, Fahrrädern und Bauten bis hin zu Raupen und Schmetterlingen - für jeden Sammler sind seine Briefmarken wertvolle Schätze.

Keine Briefmarke gleicht der anderen. Dabei können die gestempelten Marken manchmal auch mehr wert sein als die postfrischen, das heißt die ungestempelten, erklärt Klaus Dieter Riedel, erster Vorsitzender der Briefmarkenfreunde Baunatal. „Der Stempel muss sauber sein und am besten über die ganze Briefmarke gehen.“ Anhand des Stempels lasse sich das Postamt erkennen, so der Baunataler.

Auch bei den ungestempelten Briefmarken muss einiges beachtet werden. Die Gummierung müsse sauber sein. „Es soll kein Fingerabdruck drauf und die Zähne sollten nicht beschädigt sein“, so der 67-Jährige. Daher dürfe man die Briefmarken nur mit Pinzetten anfassen.

„Manche sammeln Ein-Tages-Briefe“, erklärt Riedel. Das sind Umschläge mit Briefmarken, die am ersten Tag ihrer Erscheinung abgestempelt und abgeschickt wurden. Andere Sammler wiederum leisten detektivische Arbeit auf der Suche nach ausgebesserten Druckfehlern, den sogenannten Retuschen. Dabei zeigt sich, dass das Hobby Briefmarkensammeln keineswegs veraltet und verstaubt ist. In mühevoller Arbeit werden die Briefmarken eingescannt und mithilfe eines speziellen Computerprogramms unter die Lupe genommen.

Ein Spezialgebiet von Willi Stüssel aus Gudensberg und Horst Buhle aus Kassel. Die beiden Briefmarkensammler haben sich auf Fünf-Pfennig- Briefmarken mit den Motiven der Bauten aus der Bundesrepublik Deutschland spezialisiert. „Bei der Marke mit den schiefen Treppen des Kölner Turms erkennt man, dass hier nachgebessert wurde“, erklärt Horst Buhle, der schon seit 40 Jahren sammelt. Auch Willi Stüssel schwärmt: „Ich komme davon nicht mehr los“, so der passionierte Briefmarkensammler, der bereits seit 50 Jahren seinem Hobby nachgeht.

Über all die Eigenheiten der Briefmarkensammler resümiert der erste Vereinsvorsitzende: „Wir Briefmarkensammler sind schon verrückt.“

Kopfschmerzen bereitet den Mitgliedern der Briefmarkenfreunde Baunatal vor allem der fehlende Nachwuchs. „Wir sind dabei, ab Oktober Gruppen für Jugendliche im Alter von sechs bis 18 Jahren anzubieten“, so der erste Vorsitzende.

Den jungen Mitgliedern winken eine zweijährige beitragsfreie Mitgliedschaft, eine monatliche Fachzeitung und einmal im Jahr eine Jugendfreizeit.

Von Johanna Uminski

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