Sandershäuser Berg: SMA-Halle setzt neue Maßstäbe

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SMA-Service-Center.

Niestetal/Lohfelden. Das neue SMA-Servicecenter am Sandershäuser Berg in Niestetal ist mit dem Hessischen Holzbaupreis ausgezeichnet worden. SMA-Bereichsleiter Norbert Kossmann nahm den Preis in Witzenhausen entgegen.

In der Außenhaut des Gebäudes wurde viel Holz verbaut. Zu sehen ist es von außen nicht, es wird durch eine Aluminiumhülle geschützt.

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Holzbaupreis für das SMA Service-Center

Maßgeblich beteiligt an der Konstruktion war auch die Lohfeldener Firma Isofloc, die den Dämmstoff lieferte und gerade selbst mit dem „Großen Preis des Mittelstandes 2011“ ausgezeichnet wurde. Isofloc-Geschäftsführer Ahmed Al Samarraie (47) und seine 42 Mitarbeiter in Lohfelden sind stolz: Die kleine Firma, die aus alten Zeitungen Dämmstoffe herstellt, hat mit der Beteiligung am Bau der riesigen SMA-Service-Halle ein neues Geschäftsfeld aufgetan – die Errichtung von großen Industriebauten mit ökologisch gedämmten Holzbauelementen.

Regiowiki: Alles Wissenswerte über den Sandershäuser Berg finden Sie hier.

Anfang September hat Isofloc als eines von drei hessischen Unternehmen in Würzburg den begehrten Mittelstandspreis der Oskar-Patzelt Stiftung erhalten. Gewürdigt wird damit nicht nur der wirtschaftliche Erfolg der Firma, sondern auch das soziale Engagement und die regionale Vernetzung. Nicht zu vergessen die Innovationskraft.

Die hat Isofloc jetzt bei dem SMA-Großprojekt unter Beweis gestellt: Die 25.000 Quadratmeter große Halle – das entspricht der Größe von vier Fußballfeldern – wurde mit Isofloc-Material gedämmt. „Das ist der größte Holzneubau in Deutschland“, sagt Al Samarraie, der als Holzbau-Experte seine Erfahrung einbrachte.

Die äußere Hülle um das Beton- und Stahlskelett besteht aus vorgefertigten Holzelementen, die bis zu 36 Zentimeter dick mit dem Zellulose-Dämmstoff aus Lohfelden gefüllt wurden. An der Baustelle wurde dafür eigens eine temporäre Halle errichtet, um die bis zu fünf mal 15 Meter großen Holzelemente zu fertigen. 450 Tonnen Zellulose wurden im Dach und den Außenwänden verarbeitet. Als „neue Dimension im Holzbau“ beschreibt der Isofloc-Geschäftsführer das Projekt, „wir haben gezeigt, dass ein ressourcenschonender Neubau von großen Ingenieurbauten möglich ist“.

Bilder von der SMA-Halle

SMA-Halle am Sandershäuser Berg

Der Isofloc-Dämmstoff gilt als umweltfreundlich, weil er aus alten Zeitungen – Ausgangsstoff ist Holz – CO2-neutral recycelt wird. Zur Herstellung von herkömmlichen Dämmstoffen wie Mineralwolle ist dagegen sehr viel Energie nötig. Die Zusammenarbeit zwischen SMA und Isofloc hatte sich 2009 bei einer Veranstaltung in Kassel zum Thema „Green Engeneering“ (nachhaltiges Bauen) angebahnt.

Vier Monate lang plante man zusammen mit den mit dem SMA-Bau befassten EHS-Ingenieuren (Lohfelden), um Fragen der Bauphysik, Statik und des Brandschutzes in den Griff zu bekommen.

Stichwort

42 Mitarbeiter in Lohfelden

Die Firma Isofloc hat ihren Hauptsitz in Lohfelden. Dort sind 42 Mitarbeiter beschäftigt (im Jahr 2007 waren es noch 27). Weitere Niederlassungen befinden sich in Berlin, Frankreich und der Schweiz. Insgesamt gibt es 110 Mitarbeiter. Isofloc produziert aus alten Tageszeitungen einen hochwertigen Zelluslose-Dämmstoff, der in Hohlräume eingeblasen wird. Die Jahresproduktion 2010 betrug 15 Millionen Kilo Dämmstoff, die in 1,3 Millionen Säcken zu den Baustellen gebracht wurden. 2010 und 2011 wurde in Lohfelden für zwei Millionen Euro eine zweite Produktionsschiene aufgebaut. (hog)

Hintergrund

Kreativität und Sachverstand

Die Niestetaler Solarfirma SMA ist für ihr neues Service-Center auf dem Sandershäuser Berg mit dem Hessischen Holzpreis ausgezeichnet worden. Die sechsköpfige Jury mit Prof. Dr.-Ing. Werner Seim (Uni Kassel) und Brigitte Schneider (Hessisches Wirtschaftsministerium) würdigte damit vor allem den innovativen Ansatz der Holzkonstruktion, der neue Maßstäbe für den Holzbau setze. Mit viel Kreativität und Sachverstand sei die hochdämmende und feuerhemmende Gebäudehülle entwickelt und gebaut worden. (hog)

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