Ausbildung dauerte anderthalb Jahre

Sanfte Hände für starke Tiere: Das macht eine Physiotherapeutin für Pferde

Erfahren im Umgang mit Pferden: In Ruhe beobachtet, untersucht und behandelt Stefanie Lemke (rechts), zertifizierte Pferdephysiotherapeutin und –osteopathin, Kristall, das Pferd von Petra Werner. Foto: Rogge-Richter

Kreis Kassel. Stefanie Lemke ist Pferdephysiotherapeutin und –osteopathin. Uns hat sie erklärt, wie sie arbeitet und warum beobachten wichtig ist.

Mit den Augen eines Laien betrachtet, steht an diesem Vormittag auf dem Reiterhof am Friedrichstein in Zierenberg ein braunes Pferd mit hellem Schweif, vermutlich ein Isländer, das von seiner Besitzerin zum Ausritt vorbereitet wird. Ein Pferd, das die Nüstern aufbläht und zufrieden wirkt. Mit geschultem Blick sieht Stefanie Lemke aus Kassel nicht nur das.

Die frisch ausgebildete Pferdephysiotherapeutin und –osteopathin merkt ziemlich schnell, ob ein Pferd glücklich und gesund ist. Aber auch, wenn seine Muskeln verspannt, die Gelenke nicht mehr intakt sind und zum Beispiel Fehlstellungen bestehen. Dann beginnt die Expertin mit der individuellen Behandlung.

Mit Ruhe und Geduld sowie jahrzehntelanger Erfahrung im Umgang mit Pferden, beobachtet die 32-Jährige die Tiere, die ihr ihre Kunden aus Stadt und Landkreis Kassel anvertrauen. „Ich schaue zum Beispiel, was sie mit den Ohren machen, ob sie vielleicht zucken oder den Kopf wegziehen. Ich höre in die Pferde hinein und spüre beim Betasten, wenn mit ihnen etwas nicht stimmt – was unter Umständen deren Reiter noch nicht bemerkt haben“, beschreibt Stefanie Lemke ihre nebenberufliche Tätigkeit, die sie im Juni aufgenommen hat.

Die Produktmanagerin und Lektorin hat Ende 2015 ihre Ausbildung beim Fachzentrum für Pferdeosteopathie in Schleswig-Holstein begonnen, das von der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) anerkannt ist, dem Bundesverband für Pferdesport und Pferdezucht. „Ich bin von klein auf geritten und habe mich daher stets damit beschäftigt, wie die Beweglichkeit des Pferdes möglichst lange erhalten bleibt“, erläutert Stefanie Lemke.

„Weil ich meine Erfahrung vertiefen wollte, entschied ich mich für die anderthalbjährige Ausbildung zur zertifizierten Physiotherapeutin und Osteopathin für Pferde.“ In monatlichen Wochenendseminaren habe sie in Theorie und Praxis nicht nur gelernt, wie die unterschiedlichen Knochen, Muskeln, überhaupt sämtliche Körperteile des Pferdes heißen und funktionieren, sondern auch mit welchen Techniken sowie Anwendungen sie zum Beispiel Läsionen möglichst sanft therapieren kann.

„Ich bin keine Tierärztin, arbeite aber eng mit ihnen zusammen. Ich bin auch weder Chiropraktiker noch wie Tamme Hanken, der bis zu seinem Tod als ‚Knochenbrecher’ bekannt war“, betont Stefanie Lemke, die sich auf ihrem Gebiet auch in Zukunft noch weiterbilden möchte. „Physiotherapeuten erkennen, wenn es dem Pferd nicht gut geht, lösen zum Beispiel seine Verspannungen sanft mithilfe von Massagen oder beispielsweise Wärmebehandlungen –und geben auch seinen Haltern hilfreiche Tipps.“

Zur Website von Stefanie Lemke: www.starkespferd.de

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