Mehrheit setzt weiter auf Gebäude Schulstraße 1 – Opposition kritisiert Kirche

Hort: Sanieren oder Räume mieten

Zukunft offen: Eine Entscheidung über das mit Schadstoffen belastete Haus Schulstraße 1 wurde vertagt. An der Rückfront wurde eine Fluchttreppe angebaut. Foto: Schräer

Fuldatal. Es muss eine Lösung für den Hort her. Dies machte Bürgermeisterin Anne Werderich zu Beginn der Diskussion deutlich. Schließlich müsse der die Räume im Untergeschoss der Grundschule Ende Juni räumen. Die 30 Kinder und ihre Betreuerinnen könnten während der Sommerferien in die Räume der Schulbetreuung über der Turnhalle ziehen. Dann aber müsse eine neue Bleibe her.

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Fuldatal: Hort zieht in Container

Container in der Nachbarschaft des Sportplatzes aufzustellen, sei die zweckmäßigste Zwischenlösung. Die Kinder könnten das Gelände nutzen, der Sportbetrieb werde durch den Hort nicht gestört, meinte Werderich. Geschäftsräume anzumieten, sei teurer, koste zum Beispiel im Haus Veckerhagener Straße 58 einschließlich Um- und Rückbau für zwei Jahre 134 000 Euro. Denn ab 2013 soll es für den Hort eine dauerhafte Lösung geben.

„Wir sind für den Kinderhort nach Möglichkeit am Standort Schulstraße 1“, betonte Stefanie Roß-Stabernack (SPD). Zunächst brauche man aber die Container, „damit es weitergeht“. Letztlich wolle die SPD eine „zukunftssichere Lösung“, betonte Parteikollegin Gabriele Künzer. Es sei „traurig, so viel Geld in die Hand nehmen zu müssen“ für das Haus Schulstraße. Aber Eigentum verpflichte, die Gemeinde könne sich nicht erlauben, eine Ruine gegenüber der Schule stehen zu lassen. SPD und Grüne wollen daher das Haus dekontaminieren.

Er habe das Gefühl, „wir werden an der Nase herumgeführt“, sagte Tore Florin (CDU). Das ganze Dilemma um den Hort habe mit der Kündigung der damals gemieteten Räume in der Schulstraße 1 durch die Kirche begonnen. Jetzt nach dem Kauf und festgestelltem Asbest und Schwermetallen im Innern, habe die Kirche keinerlei Unterlagen mehr zum Haus. Florin: „Ein sehr fraglicher Umstand.“ Die CDU will keine 943 000 Euro in die Sanierung des Hauses stecken. Zinsen für den Kredit eingerechnet, „können wir über 100 Jahre Räume für den Hort mieten, bevor sich die Investition amortisiert“.

„Räume anmieten ist die preisgünstigste Lösung“, meinte Klaus-Dieter Sänger (FDP). Von der Kirche habe die Gemeinde ein verseuchtes Gebäude gekauft. Dass die Kirche die von ihr gemieteten Räume in dem Haus einfordere, sei „mehr als unmoralisch“. Auch saniert sei das Haus ein Klotz am Bein, betonte Sänger. (mic)

Das sagt der Kirchenvorstand

„Es gibt keine Pläne und Unterlagen zu dem Haus“, sagt Wilhelm Kniffert vom Vorstand der evangelischen Kirchengemeinde Ihringshausen.

Nach einem Wasserschaden vor einigen Jahren und dem häufigen Wechsel zuständiger Personen sei das kein Wunder. Die Kirchengemeinde habe über Jahrzehnte am Haus immer wieder baulich etwas verändert. Kohlenasche als Wärmeisolierung in Decken einzubringen oder auch Materialien mit Asbest zu verbauen, sei jeweils „Stand der Technik“ gewesen.

Der Kommune sei man schon beim Kaufpreis entgegengekommen, dann habe man 25 000 Euro als Sanierungsbeitrag angeboten für weitere zehn Jahre Mietfreiheit. „Nachdem man uns verklagen wollte, steht das nicht mehr zur Debatte“, sagt Kniffert. Jetzt berufe man sich auf den notariellen Vertrag, fordere Mieträume oder die nicht gezahlte Restsumme. (mic)

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