Im Mai 2013 soll es losgehen

Sanierung der Kirche Hohenkirchen soll 950.000 Euro kosten

Hoch hinaus: Die Kirche Hohenkirchen wurde im 12. Jahrhundert auf einem Basaltkegel gebaut und überragt wie ein Wahrzeichen den Ort. Jetzt soll sie für 950.000 Euro saniert werden. Fotos: Dilling

Espenau. Ein finanzieller Kraftakt und eine Dauerbaustelle von zwei Jahren stehen der evangelischen Kirchengemeinde Hohenkirchen ins Haus: Für 950.000 Euro soll das fast 1000 Jahre alte, den Ort überragende Gotteshaus rundum saniert werden.

Bei den Voruntersuchungen hatte sich herausgestellt, dass es mit den ursprünglich in Eigenleistung geplanten Malerarbeiten im Kirchenschiff längst nicht getan ist. Im Mai nächsten Jahres, gleich nach den Konfirmationsfeiern, solle es losgehen, sagt Pfarrer Holger Herrmann.

Zwei Bauabschnitte

Zwei aufeinanderfolgende Bauabschnitte seien geplant. Ein maroder Dachstuhl, eine schadhafte Decke mit vielen Farbschichten, die bröckelnde Hauptzugangstreppe, abgeblätterte Farbe im Kirchenschiff, die Wünsche nach einer neuen Raumaufteilung, einer Umgestaltung des Altarraums, einer Toilettenanlage sowie einem barrierefreien Zugang haben sich zu einem gewaltigen Sanierungsstau summiert.

Um den zu beseitigen, soll die Landeskirche 565.500 Euro beisteuern. Der Kirchenkreis soll weitere 165.000 Euro zuschießen. Geld soll auch aus dem Topf fließen, der von den Kommunen in den vergangenen Jahren mit Ablösesummen für die Rückübertragung der Unterhaltungskosten für Gotteshäuser an die Kirchengemeinden gefüllt wurde. Bescheide über die Zuschüsse stehen noch aus. Die Kirchengemeinde selbst wird etwa 87.000 Euro beisteuern.

40-köpfiger Förderkreis

Dennoch bleibt eine Lücke von 132.000 Euro, bei der der inzwischen 40-köpfige Förderkreis der Kirche gefragt ist: Er will viel Eigenleistung - beispielsweise durch das Ausräumen der Kirche mit Freiwilligen - organisieren und Spenden einwerben. Einen Spendenschub erhofft sich Wulf-Horst Stamm vom Förderkreis vom Gemeindetag am 28. Oktober.

Spenden werden vor allem für das wohl kniffligste Projekt der Sanierung gebraucht, den Einbau eines Fahrstuhls. Die Idee, einen Aufzug an der Kirchenmauer hinter dem Heimatmuseum zu errichten, habe man unter anderem wegen unabsehbarer Folgekosten aufgeben müssen, berichtet Stamm. Nun soll ein Fahrstuhl an der Hintertür entstehen, der die Nutzer vom Keller des Gotteshauses in das Kirchenschiff hinaufhebt.

Hoch hinaus: Die Kirche Hohenkirchen wurde im 12. Jahrhundert auf einem Basaltkegel gebaut und überragt wie ein Wahrzeichen den Ort. Jetzt soll sie für 950.000 Euro saniert werden. Fotos: Dilling

Dafür müssen jedoch an der nordwestlichen Seite der Kirche eine 40 Jahre alte Treppe und eine Betonbrüstung abgerissen werden, um eine Rampe als barrierefreien Zugang bauen zu können. Er hoffe, dass die politische Gemeinde einen dafür benötigten schmalen Geländestreifen zur Verfügung stelle, sagte Herrmann.

Während der zweijährigen Sanierungsphase werden die normalen Gottesdienste im Saal des Gemeindehauses gehalten. Für größere Veranstaltungen werde man hoffentlich das katholische Gotteshaus oder die evangelische Kirche Mönchehof nutzen können, sagt der Pfarrer.

Spendenkonto Sanierung Kirche Hohenkirchen bei der Evangelischen Kreditgenossenschaft (EKK Kassel) Nr. 2023202 (BLZ 52060410). Sponsoren erhalten eine Spendenquittung.

Basaltkegel als Fundament

Das Gotteshaus in Hohenkirchen wurde im 12. Jahrhundert auf einem Basaltkegel errichtet und überragt wie ein Wahrzeichen den Ort. Die Kirche wurde mehrfach umgestaltet, zuletzt im Jahr 1967.

Zu den Besonderheiten des Gebäudes zählt ein Flachrelief in der Fassade, das das Lamm Gottes mit Kreuz zeigt. Es stammt aus der Mitte des 12. Jahrhunderts. Der Taufstein datiert aus dem 16. Jahrhundert, dessen Sockel bildet eine Altarplatte aus vorreformatorischer Zeit.

Im Chorraum, der während der Sanierung umgestaltet werden soll, findet man Grabsteine aus dem 16. und 17. Jahrhundert sowie ein spätgotisches Wandtabernakel.

Die Kirche, die 250 Besuchern Platz bietet, hat 1998 eine neue Orgel erhalten. In der Vergangenheit wurde sie auch schon als Veranstaltungsort für die Espenauer Kulturtage genutzt.

Gemeindetag: Konzept wird vorgestellt

Unter dem Motto „Wir wollen mit Ihnen hoch hinaus“ lädt die evangelische Kirchengemeinde Hohenkirchen für Sonntag, 28. Oktober, ab 10 Uhr in die Kirche ein. Nach dem musikalisch umrahmten Festgottesdienst soll den Besuchern das Konzept der geplanten Sanierung vorgestellt werden (gegen 10. 40 Uhr).

Danach wird der Förderkreis die Skulptur eines „Kirchenstürmers“ vor der Kirche enthüllen, der sinnbildlich für das ehrgeizige Sanierungsprojekt steht. Anschließend lädt die Gemeinde zum gemeinsamen Mittagessen ein.

Ab 13 Uhr wartet ein Unterhaltungsprogramm auf die Besucher: Kinder können sich schminken lassen, die Kindertanzgruppe des SV Espenau, ein Drehorgelspieler und ein Zauberer treten auf.

Nach dem Kaffeetrinken, das um 14.30 Uhr beginnt, beendet eine Andacht den Gemeindetag.

Von Peter Dilling

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