Asbest im Bürgerhaus Obervellmar

Asbest im Bürgerhaus: Sanierung wieder eine Option

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Großes Bevölkerungsinteresse: Geschätzte 50 Besucher, darunter Vertreter von Vereinen und die beiden ehemaligen Pächter, verfolgten gespannt die Diskussion über die Zukunft des Bürgerhauses Obervellmar.

Vellmar. Der Beschluss der Stadtverordneten vom Juni 2012, das in die Jahre gekommene Bürgerhaus Obervellmar abzureißen und neu zu errichten, steht. Doch seit Montagabend ist auch die Teilsanierung des Gebäudes wieder eine Option.

Denn die Stadtverordneten beschlossen am Montagabend in Vellmar-West nach einer Sitzungspause, über die Zukunft des Bürgerhauses erneut abzustimmen, sobald gerichtlich geklärt ist, ob das Gebäude asbestbelastet ist oder nicht.

Gleichzeitig beschlossen die Stadtverordneten, die Kulturhalle Niedervellmar schnellstens für Vereine und Verbände wieder zu öffnen, sobald auch dort die Asbestfrage endgültig geklärt ist.

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Bekanntlich hatte ein Sachverständigenbüro 2011 eine Asbestbelastung im Bürgerhaus festgestellt. Die Stadt hatte es daraufhin sofort geschlossen. Später wurde auch die Kulturhalle wegen dieser Schadstoffbelastung dicht gemacht. Aber dieses Jahr konnten andere von der Stadt beauftragte Sachverständige keine Belastung feststellen.

Im Auftrag der Stadt soll nun der Kasseler Rechtsanwalt Roland Zappek zunächst im Rahmen eines selbstständigen Beweisverfahrens klären, ob das erste Gutachten falsch war. Nächste Woche werde man mit dem Juristen die weiteren Schritte besprechen, sagte Bürgermeister Dirk Stochla (SPD). Die Stadt hat möglicherweise vor, dem Gericht den Experten eines unabhängigen Universitätsinstituts für die Untersuchung vorzuschlagen.

Während Stochla und die SPD-Fraktion deutlich machten, dass sie den Neubau des Bürgerhauses nach wie vor für wirtschaftlich vernünftig und zukunftsweisend halten, verlangten die übrigen Fraktionen, den alten Beschluss - auch mit Blick auf die klamme Stadtkasse - auf den Prüfstand zu stellen. „Ohne Asbest hätten wir dem Neubau nicht zugestimmt“, sagte Dr. Burkard Müller (CDU). Kaufungen habe vorgemacht, wie man erfolgreich ein altes Bürgerhaus saniert. „Es kann nicht anders sein, als neu zu diskutieren“, meinte Markus Pape (FDP). Die Grünen hatten ohnehin seinerzeit gegen den Neubau gestimmt. Dr. Erich Fehr brachte erneut eine Teilsanierung für 2,81 Millionen Euro ins Spiel.

Zahlreiche Bürger verfolgten die Sitzung, darunter auch die ehemaligen Pächter des Restaurants. Sie machen noch Schadenersatzansprüche geltend, weil sie von heute auf morgen den Betrieb aufgeben mussten. Sogar die Einrichtung hätten sie zurücklassen müssen, sagten sie. (pdi)

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