Schärfere Gesetze: Immer weniger Waffen in der Region

Rückläufig: Heute gibt es deutlich weniger registrierte Waffen als in den vergangenen Jahren. Foto: nh

Kreis Kassel. Die Zahl der angemeldeten Waffen im Landkreis Kassel ist in den vergangenen drei Jahren spürbar gesunken. Das geht aus der Meldung der Kreisverwaltung an das Nationale Waffenregister (NWR) hervor, das zum 1. Januar 2013 eingeführt wird.

Das Register soll den Behörden zentral einen Überblick über die schätzungsweise sechs Millionen in Deutschland registrierten Waffen ermöglichen. Bis zum Jahresende müssen die Waffenbehörden der Landkreise und kreisfreien Städte alle registrierten Waffen dem Bundesverwaltungsamt in Köln melden. Dort ist das NWR angesiedelt. Nach Auskunft von Kreissprecher Harald Kühlborn sind im Landkreis Kassel gegenwärtig 19 985 Waffen gemeldet. Sie verteilen sich auf 5707 Besitzer, darunter zahlreiche Jäger und Sportschützen. Im Schnitt verfügt jeder Besitzer also über 3,5 Waffen. Insgesamt ist die Zahl der registrierten, also legalen Waffen im Kreis seit 2010 um 3804 zurückgegangen.

Diese Entwicklung führt Landrat Uwe Schmidt (SPD) auf die verschärften gesetzlichen Vorschriften für die Aufbewahrung zurück. Will heißen: So manche Besitzer von Gewehren und Pistolen haben offensichtlich darauf verzichtet, Geld für einen neuen, sichereren Waffenschrank auszugeben und sich lieber von ihren Waffen getrennt.

Auch in der Stadt Kassel ist die Zahl der registrierten Waffen rückläufig. Nach Auskunft von Pressesprecherin Petra Bohnenkamp sind dort derzeit 6813 Waffen registriert, die sich auf 1733 Besitzer verteilen - macht im Schnitt vier Waffen pro Besitzer. Der Trend zu weniger Waffen sei auch auf die unangemeldeten Kontrollen zurückzuführen, mit denen die Besitzer von Gewehren und Pistolen unabhängig von einem konkreten Verdacht rechnen müssten, sagt Bohnenkamp.

Wer privat abrüsten will, muss sich an die zuständigen Behörden in Landkreis und Stadt wenden. Sie kümmern sich um die Entsorgung der Waffen: Die aus dem Landkreis gehen an das Hessische Polizeipräsidium für Technik, Logistik und Verwaltung, jene aus der Stadt landen in einem Schmelzofen, wo sie bei über 1200 Grad Celsius unschädlich gemacht werden. Darüber, wie viele illegale Waffen in Stadt und Landkreis im Umlauf sind, kann selbst die Polizei nur spekulieren. „Die eine oder andere nicht angemeldete Waffe wird es sicher geben“, sagt Polizeisprecher Wolfgang Jungnitsch. Er erinnert in diesem Zusammenhang an die nach dem Amoklauf von Winnenden geltende Amnestie. Bis Ende 2009 konnten überall in Deutschland illegale Waffen straffrei bei der Polizei abgegeben werden.

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