Schock in Ihringshausen

Schock in Ihringshausen:  Scharfe Bomben unter Reihenhäusern?

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Auf der Suche: Hier, wo das rot-weiße Trassierband eine locker mit Erde gefüllte Grube absichert, suchte die Kampfmittelräumfirma nach einer Bombe.

Fuldatal. Schock für acht Mietparteien in dem Reihenhauskomplex an der Niedervellmarschen Straße in Fuldatal-Ihringshausen: Sie müssen ihre Häuser auf dem Gelände der Bundespolizei samt Mobiliar räumen.

Der Grund: Mittels eines Gutachtens „wurden Verdachtsmomente für mögliche Bombenfunde aus dem Zweiten Weltkrieg berechnet, die jetzt untersucht werden sollen“, bestätigte Thorsten Grützner von der Pressestelle der Bundesanstalt für Immobilenaufgaben (Bima). Ihr gehören die in zwei Komplexe aufgeteilten neun Reihenhäuser an der Zufahrtsstraße zu der Kaserne.

„Um ihre Sicherheit und die ihres Eigentums zu gewährleisten, müssen die Häuser während der Bohrung komplett geräumt werden“, sagte Grützner. Nach HNA-Informationen sind rund 20 Bewohner betroffen. Die Bima werde für eine angemessene Unterkunft der Betroffenen in Pensionen und Hotels sorgen. Darüber hinaus übernehme die Bima auch die Zwischenlagerung der Wohnungseinrichtung der Mieter und die weiteren Kosten, die durch die Unterbringung während der Arbeiten entstünden.

Kürzlich waren Anwohner misstrauisch geworden, als vor ihrem Haus erste Bohrungen einer Kampfmittelräumfirma aus Celle vorgenommen wurden. Diese verliefen jedoch erfolglos.

Zwei Versorgungsleitungen wurden beschädigt, inzwischen aber wieder repariert. In diesem Gebäude soll jetzt auch im Keller nach Blindgängern aus dem Zweiten Weltkrieg gesucht werden. Bis Mittwoch hatten die Betroffenen von der Bima keinen Bescheid über die bevorstehende Umzugsaktion erhalten. Die Bima vermarktet auch das alte Kasernengelände in Rothwesten.

Schon früher wurde auf dem Gelände Weltkriegsmunition entdeckt. Ganz in der Nähe stand während des Krieges eine Munitionsfabrik. Sie wurde von alliierten Bombern zerstört.

Hintergrund

So läuft eine Evakuierung

Grundsätzlich gilt: Ist eine Evakuierung festgelegt, können sich Betroffene nicht dagegen wehren und müssen der Anweisung Folge leisten. Der Fahrplan für eine Evakuierung nach einem Bombenfund sieht in der Regel wie folgt aus: Zuständig ist die Polizei als lokale Sicherheitsbehörde für Gefahrenabwehr. Sie entscheidet, ob nach einem Bombenfund evakuiert werden muss. Miteinbezogen in diese Entscheidung werden Feuerwehr und der Räumdienst mit Sprengmeister als Sachverständigem. Sie legen den Umfang des Gebietes fest, das evakuiert werden soll, sorgen für die Räumung der Häuser und den Einsatz von Sammelpunkten. (swe)

Von Stefan Wewetzer

Neben einem Kommentar zum Thema lesen Sie am Donnerstag in der gedruckten Ausgabe: „Gelände voller Munition - Häuser stehen in der Nähe einer im Weltkrieg zerstörten Fabrik für Infanteriegeschosse“

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