Fuldataler Unternehmer will in Rothwesten Quarzsand abbauen – Verfahren zieht sich hin – Offene Fragen

Schatz bleibt vorerst in der Erde

Bodenschatz zwischen Denkmälern: Der historische Friedhof im Vordergrund und das Gut Eichenberg im Hintergrund sind geschützt. Unter der Fläche dazwischen lagert der hochwertige Quarzsand. Foto: Schräer

Fuldatal. Thomas Wielebinski könnte nach eigenem Bekunden jederzeit mit dem Abbau von Quarzsand anfangen. Noch allerdings darf der Fuldataler Unternehmer den Schatz im Boden nicht heben. Die Fläche von 8,74 Hektar östlich von Gut Eichenberg in Rothwesten wird weiterhin landwirtschaftlich genutzt.

Im Frühjahr 2010 hatte Wielebinski seine Pläne öffentlich vorgestellt, worauf Anwohner mit Protesten reagierten. Dessen ungeachtet hatte der Unternehmer damit gerechnet, das Genehmigungsverfahren bis zum Sommer 2010 positiv abschließen zu können. Den erforderlichen Rahmenbetriebsplan für den Quarzsand-Abbau zu erhalten.

Dann aber zog sich das Verfahren hin. Inzwischen befassen sich die Landesregierung und der Petitionsausschuss des Landtages mit dem Quarzsand-Abbau in Rothwesten. Seit vier Monaten warte er auf eine Entscheidung aus dem Ministerium für Wissenschaft und Kunst, beziehungsweise dem Landesamt für Denkmalpflege, sagt Wielebinski. Für diese Verzögerung habe er kein Verständnis.

Denn ansonsten sei alles klar. So sei zum Beispiel der Pachtvertrag mit der evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, der die Fläche gehört, in trockenen Tüchern. Und auch der Abtransport des Quarzsandes per Lkw über die Straße von der Fritz-Erler-Anlage sei gesichert, nachdem er zugesagt habe, sich an den Instandhaltungskosten zu beteiligen.

Eine entsprechende Erklärung liege vor, bestätigt Brigitte Griesheimer, zuständige Fachgebietsleiterin bei der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) in Kassel. Noch aber sei keineswegs geklärt, dass der Quarzsand über die Straße abtransportiert werden könne.

Betroffen seien 500 Meter zwischen Abbaugebiet und Abzweig Gut Eichenberg. Es handele sich um eine Privatstraße im Eigentum der Bima, auf der Bus- und Privatverkehr derzeit lediglich geduldet würden. Vielleicht werde die Straße, die die Bima gern der Gemeinde übergeben würde, auch komplett geschlossen, sagt Griesheimer. Denn die künftige Zufahrt zum Gewerbegebiet Fritz-Erler-Anlage nehme ab dem Abzweig Gut Eichenberg einen anderen Verlauf.

Der Pachtvertrag über das Grundstück sei mit Unternehmer Wielebinski noch nicht geschlossen, heißt es aus dem Haus der Kirche in Kassel. Man befinde sich in der Vorprüfung, ob man die Fläche für den Quarzsand-Abbau zur Verfügung stellen wolle.

Wenn es mit dem Abbau losgehe, werde er vier neue Arbeitsplätze schaffen, sagt Wielebinski. Seine Investition in Maschinen betrage 250 000 bis 300 000 Euro. Die Nachfrage nach qualitativ hochwertigem Quarzsand wie in Rothwesten sei hoch. „Ich könnte jeden Tag 200 Tonnen verkaufen“, meint der Unternehmer. Der plant auf der Fläche einen schrittweisen Abbau über bis zu 13 Jahre. ARTIKEL UNTEN

Von Michael Schräer

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