Wohnungskonzern soll Mängelliste an Baunsberg-Mietshäusern abarbeiten

Schaub: Gagfah ist kooperativ

Risse durch Setzungen des Mauerwerks: Im Haus Dachsbergstraße 20 will die Gagfah laut Auskunft des Landkreises bis März für Abhilfe sorgen. Foto: Dilling

Baunatal. Die Bauschäden und Mängel in den Häusern des Wohnungskonzerns Gagfah am Baunsberg sind anscheinend doch nicht so schwerwiegend, wie von der Mieterinitiative befürchtet.

Jedenfalls sieht der Landkreis Kassel laut Pressesprecher Harald Kühlborn keine Handhabe für ein unmittelbares behördliches Einschreiten gegen das Unternehmen. Baunatals Bürgermeister Manfred Schaub sagte gestern auf Anfrage der HNA, er habe mit dem Unternehmen klare Absprachen zur Aufklärung und Beseitigung von Mängeln und Schäden getroffen. Gestern hatte eine Ortsbegehung mit Vertretern der Stadt, des Kreises und der Gagfah stattgefunden.

Schaub sagte, die Gagfah habe sich bei dem Termin „richtig kooperativ“ gezeigt. Er habe „präzise Themen benannt“. Dazu gehöre das Problem des Schimmels in fünf Wohnungen, die sich die Vertreter von Kreis und Stadt anschauten. Die Gagfah habe zugesagt, die Ursache des Schimmelbefalls gutachterlich prüfen zu lassen.

Laut Kühlborn haben Experten der Bauaufsicht allerdings den Eindruck gewonnen, dass in drei dieser Wohnungen die Feuchtigkeit wohl eher auf falsches Lüften als auf Baumängel zurückzuführen sei.

Man habe sich mit der Gagfah „diverse Bauschäden“ angesehen, berichtete Schaub. Man habe einvernehmlich einen Sanierungsfahrplan für diese Schäden und für Mängel an Wegen zwischen den Häusern besprochen. Für viele Dinge gelte ein Zeithorizont bis nächstes Frühjahr, für andere müsse man dem Wohnungsunternehmen mehr Zeit geben.

Reparatur begonnen

Die Gagfah habe bereits gestern mit der Reparatur eines Treppenaufgangs begonnen, sagte Schaub weiter. Es seien auch weitere Gesprächstermine vereinbart worden. Details wollte er nicht nennen.

Aus Sicht der Bauaufsicht habe die Gagfah die Bauschäden an Gebäuden, in denen auch Keller gesperrt werden mussten, ordnungsgemäß abgestützt, teilte Kreissprecher Kühlborn mit. Die Risse seien auf Setzungen zurückzuführen, deren Ursache noch unklar sei. Den Brandschaden auf dem Dach des Hauses Birkenallee 47 habe die Gagfah inzwischen begonnen zu beseitigen. Es seien Dachdecker am Werk, sagte Kühlborn.

Wenn sich an den Wohnbedingungen der Mieter etwas verbessern soll, ist die Stadt Baunatal auf die Kooperation der Gagfah angewiesen. Das Wohnungsaufsichtsgesetz des Landes Hessen lässt nur in engen Grenzen behördliche Eingriffe oder Anweisungen an Hauseigentümer zu. (pdi)

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