Nur Grüne und FWG dagegen

Auch Schauenburg stimmt für Anschluss an die EAM

Schauenburg. Die Gemeinde Schauenburg wird sich künftig an dem regionalen Energieversorger EAM beteiligen. Mit großer Mehrheit stimmten die Gemeindevertreter am Mittwoch für die Übernahme von Anteilen in Höhe von 2,3 Prozent.

Nahezu alle Parlamentarier kritisierten, dass die entsprechenden Verträge für die Kommunalpolitiker nur schwer oder überhaupt nicht verständlich seien. SPD-Fraktionschef Timo Storch warb dennoch dafür, den Prognosen für die geschäftliche Entwicklung zu vertrauen. SPD-Kollege Manfred Rangk ergänzte, dass mit diesem Schritt der Beteiligung die Wertschöpfung in der Region bleibe. „Und wir sichern damit Arbeitsplätze vor Ort.“ Eine Argumentation, der sich auch Horst Schaub von der Offensive Schauenburg anschloss.

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Anders sah das die CDU. Fraktionschef Harald Starke sieht durchaus Risiken für die Gemeinde Schauenburg. Schließlich gehe es um Bürgschaften in Millionenhöhe. „Niemand weiß, wie sich das entwickeln wird.“

Insgesamt muss die Gemeinde Bürgschaften leisten in Höhe von knapp 3,8 Millionen Euro. Der Betrag, den die Kommune für die Anteile zahlen muss, fällt mit 580 Euro demgegenüber relativ gering aus.

Über 120 Kommunen hatten ursprünglich Interesse an einer EAM-Beteiligung geäußert, berichtet EAM-Sprecher Steffen Schulze auf Anfrage. Aktuell haben über 100 einem Anschluss zugestimmt. Bislang liegt die EAM mit Hauptsitz in Kassel in den Händen von zwölf Landkreisen und der Stadt Göttingen.

„Gewinn erst 2033“ 

Auch Schauenburgs Grüne sehen die Beteiligung an dem Energieunternehmen kritisch. Die juristischen Texte seien nicht zu verstehen, bemängelte Gudrun Bednarek-Siegfried. „Man wollte wohl auch nicht, dass wir das verstehen“, sagte sie. Und Bruno Leck (FWG) kritisierte an dem Vertragswerk, dass die Gemeinde nach den Berechnungen mit Gewinn sowieso erst im Jahr 2033 zu rechnen habe. Antonio Bassetto (Linke) sieht die Gemeinde allerdings „in einer Art Großfamilie“ mit dem Landkreis Kassel. Gemeinsame Aufgabe sei es, die Stromnetze zu bewirtschaften.

Letztendlich stimmten die SPD, die Offensive und der Vertreter der Linken für den Beitritt, die CDU, die Grünen und die FWG votierten dagegen.

Von Sven Kühling

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