Erste Bilanz von neuem Rathauschef in Schauenburg

Bürgermeister Michael Plätzer 100 Tage im Amt: Rathaus dienstags wieder offen

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Seit 100 Tagen im Amt: Bürgermeister Michael Plätzer vor dem Rathaus in Hoof. Der Brunnen, der das Grimm-Märchen „Die Wassernixe“ zeigt, sei repariert. Ab dem Frühjahr solle dieser wieder sprudeln.

Schauenburg. Zeit, langsam anzufangen, habe er keine gehabt, sagt Michael Plätzer. Durchaus nachdenklich blickt Schauenburgs neuer Bürgermeister auf den Beginn seiner Amtszeit im Juni zurück.

Nur einen Tag nach seinem Start im Hoofer Rathaus brach ein Proteststurm von Schauenburger Geschäftsleuten über ihn herein. Diese wollten sich nicht mit der bereits im April vom Parlament beschlossenen Erhöhung der Gewerbesteuer abfinden. Sogar von Abwanderung war die Rede.

Gut 100 Tage sind seitdem vergangen. Plätzer sieht in der Protestaktion inzwischen durchaus etwas Positives. „Das war eine Chance, mit den Gewerbetreibenden ins Gespräch zu kommen“, sagt er. Viele von ihnen hätten sich in der Vergangenheit einfach nicht vom Rathaus mitgenommen gefühlt. „Ich kümmere mich jetzt selber darum“, sagt der 48-Jährige.

Mit 55,7 Prozent Gewählt

Mit 55,7 Prozent der Stimmen war Michael Plätzer im Januar zum neuen Bürgermeister von Schauenburg gewählt worden. Er löste Amtsinhaberin Ursula Gimmler (CDU) nach zwölf Jahren im Rathaus ab. Seine Vorgängerin sehe er nur eher zufällig auf der Straße, sagt der Sozialdemokrat im Gespräch mit der HNA. Einen Austausch zwischen Gimmler und ihm habe es seit seinem Amtsantritt so gut wie nicht mehr gegeben. Vielleicht liegt es daran: Die 50-Jährige war mit viel Wehmut aus dem Amt geschieden – das war allseits zu spüren.

Das ist fertig

Michael Plätzer jedenfalls blickt nach 100 Tagen Amtszeit zufrieden auf die Dinge, die unter seiner Regie fertig geworden sind. Im Juni kam die Genehmigung des Haushaltes. Eine neue Kinderkrippe in Elgershausen wurde eröffnet. Die Verbindungsstraße am Ortseingang von Elgershausen wurde gebaut, genauso wie der neue Radweg Richtung Baunatal. Zudem beginnt die Erschließung einer weiteren Fläche am Neubaugebiet Fiedelhof. Und die Interkommunale Zusammenarbeit mit Baunatal wurde durch einen Mitarbeiter gestärkt, der künftig von Baunatal aus die Computersysteme beider Kommunen verwaltet.

Offenes Rathaus

Und: Das Rathaus in Hoof hat dienstags wieder für den Publikumsverkehr geöffnet. Das Arbeiten der Rathaus-Bediensteten hinter verschlossenen Türen hatte seine Vorgängerin eingeführt. „Ich fand das nie gut“, sagt Plätzer.

In naher Zukunft

Und was steht in naher Zukunft an? Es werde eine Gesamtentwicklung für neue Baugebiete geben, kündigt der Rathauschef an. „Aktuell haben wir nämlich keine Flächen mehr.“ Für den Fiedelhof in Elgershausen beispielsweise gebe es eine lange Warteliste. Auch bei den Gewerbegebieten müsse sich was tun. „Es melden sich immer wieder Gewerbetreibende, die hierher wollen. Wir haben nicht so viele Flächen, wie wir Anfragen haben.“

Eine Verbesserung des ÖPNV – eventuell wieder mit einer Direktverbindung nach Baunatal – und der Breitbandausbau sind Punkte, die Plätzer ganz oben auf der Agenda hat.

Gewerbesteuer

Zurück zu den örtlichen Steuern: An erster Stelle, sagt der Bürgermeister, müsse man sehen, dass die Steuern stabil blieben und nicht noch weiter nach oben schnellen. Fraktionsübergreifend habe man sich zudem im Parlament verständigt, die Gewerbesteuer wieder zu senken, wenn sich der Spielraum dafür ergebe. „Ende Dezember wollen wir den Haushalt verabschieden. Dann wollen wir mal sehen.“

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