Bürgermeisterin Ursula Gimmler (CDU) setzt auf Charmeoffensive mit Nikolaus

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Freundlicher Plausch mit Ursula Gimmler: Dieter und Doris Behle (rechts) freuten sich nach ihrem Einkauf über ein Nikolaus-Präsent von der Bürgermeisterin (links).

Schauenburg. Der Wahlkampf in Schauenburg läuft langsam an. Wir haben die amtierende Bürgermeisterin Ursula Gimmler (CDU) begleitet. 

Das Wetter kann man sich nicht aussuchen, auch eine Bürgermeisterin nicht: Ursula Gimmler steht im langen Wollmantel, Handschuhen und roter Zipfelmütze vor dem Rewe-Einkaufsmarkt in Hoof und verteilt in der nebligen Kälte Süßigkeiten: Schnucke, Teelicht und Wintertee in Plastiktüten. Der Karton neben ihr ist voll davon. „Im Kofferraum habe ich noch mehr“. 840 Beutel mit den süßen Verführungen hätten sie und fleißige Helfer aus der CDU, ihre Parteifreunde, „in Fließbandarbeit“ gepackt, erzählt die Amtsinhaberin, die Ende Januar wiedergewählt werden möchte.

Süßes und Tee. Sind das Argumente, mit denen man Bürger überzeugt, dass erneut Gimmler richtige Wahl für die Rathausspitze ist? Darum gehe es ihr jetzt noch nicht, sagt die Bürgermeisterin. Der heiße Wahlkampf mit Ständen und politischen Veranstaltungen beginne für sie erst im Januar. Die Vorweihnachtszeit sei nicht geeignet, um die Leute zu sehr zu bedrängen, meint Gimmler. Offensichtlich geht es ihr jetzt erstmal darum, ihr freundliches Gesicht zu zeigen – als eine Bürgermeisterin, die nicht nur oft schmallippig sagt, dass die Gemeinde für Wünsche kein Geld hat, sondern die auch Charme versprühen kann.

Schon plakatiert

„Guten Tag, darf ich ihnen das geben?“, sagt die Bürgermeisterin mit einem Lächeln, sobald Leute mit ihren Einkäufen aus dem Markt kommen. Kein Wort über ihre Person oder die Bürgermeisterwahl. „Das steht ja auf den Tüten“, sagt Gimmler. Außerdem wüssten die meisten Schauenburger ja, dass sie die Bürgermeisterin sei. Daran dürfte kein Zweifel bestehen, denn die Bürgermeisterin hat anders als ihre Mitbewerber schon ihr Konterfei an den Straßenrändern plakatieren lassen. Auf das „Klinkenputzen“, die persönliche Vorstellung in möglichst vielen Schauenburger Haushalten, kann sie wegen ihrer Bekanntheit diesmal verzichten. Sie habe als Bürgermeisterin auch so das Ohr dicht am Bürger.

Die Charme-Offensive vor dem Rewe-Markt kommt augenscheinlich an. Nur Wenige winken ab, wenn Gimmler ihnen eine Tüte Süßes entgegenhält. Eine Frau schaut belustigt auf das Teelicht hinter dem Zellophan und sagt grinsend: „Uns soll wohl ein Licht aufgehen.“

Der Vorrat an Tüten im Karton der Bürgermeisterin schmilzt nur langsam dahin, denn bei dem Schmuddelwetter macht offensichtlich nicht mal das Einkaufen Spaß. Aber es kommen ja noch eine Reihe von Adventsfeiern, wo sie Gimmler verteilen kann.

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