HNA-Lesertreff im Elgerhaus

Den Bürgermeisterkandidaten in Schauenburg auf den Zahn gefühlt

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Probeabstimmung: Die 560 Gäste im Elgerhaus zeigten vor und nach der gut 100-minütigen Diskussionsrunde, welchem Kandidaten sie ihre Stimme geben würden. 

Schauenburg. In elf Tagen hat Schauenburg die Wahl: Bleibt Ursula Gimmler Bürgermeisterin? Wird Michael Plätzer neuer Rathaus-Chef? Oder schafft es Gerhard Schaumburg im dritten Anlauf?

560 Gäste im Elgerhaus haben beim HNA-Lesertreff einen Eindruck gewonnen, wer für sie der beste Kandidat ist. Bei der von HNA-Redaktionsleiter Peter Ketteritzsch und HNA-Redakteur Sven Kühling moderierten Diskussionsrunde am Dienstagabend ging es vor allem um die Themen Verkehrsbelastung, leerstehende Häuser, Bürgerservice und die Zusammenarbeit mit der Stadt Baunatal. 

Die 50-jährige Amtsinhaberin Gimmler (CDU) beanspruchte insgesamt die meiste Redezeit für sich. Sie musste jedoch auch immer wieder kritische Fragen der Moderatoren und aus dem Publikum beantworten – zum Beispiel warum die Fluktuation im Rathaus so hoch sei. Gimmler: „Sie ist bei uns nicht höher als in anderen Verwaltungen“.

Diskutierten auf der Bühne: Peter Ketteritzsch (HNA, von links), Gerhard Schaumburg (Offensive), Ursula Gimmler (CDU), Michael Plätzer (SPD) und Sven Kühling (HNA).

Zum Thema Verkehr sagte sie unter anderem, dass sie sich eine Straße zwischen Elgershausen und Hoof wünschen würde, um den Verkehr zu entlasten sowie einen Kreisverkehr in Breitenbach. Für das Gewerbegebiet in Elgershausen kündigte sie eine Kinderspielhalle an.

Herausforderer Plätzer (47) von der SPD bekräftigte, dass er sich für einen durch Werbung finanzierten Bürgerbus stark machen wolle. Er kündigte an, Schauenburg als Lebensmittelpunkt für junge Familien attraktiver gestalten zu wollen: „Wir brauchen mehr Kaufkraft und eine bessere Internetverbindung“. Der SPD-Kandidat warb zudem dafür, die Zusammenarbeit der Verwaltungen zwischen Schauenburg und Baunatal zu verbessern, beispielsweise beim Einkauf von Büromaterial. „Wenn es Sinn ergibt, etwas gemeinsam anzuschaffen, dann sollten wir das tun, um Geld zu sparen“.

Schaumburg, der sich nach 2005 und 2011 zum dritten Mal um den Chefposten im Rathaus bewirbt und für die "Offensive Schauenburg" antritt, sieht eine verstärkte Kooperation mit dem Rathaus der Nachbarstadt grundsätzlich kritisch: „Ich warne vor interkommunaler Zusammenarbeit, weil ich nicht in Baunatal verwaltet werden möchte.“ Bei den Themen Verkehr und Wohnen plädierte der 59-Jährige dafür, „richtige Konzepte“ zu entwickeln und dafür Fachleute von der Uni miteinzubeziehen. Schaumburg deutete zudem an, den Bürgerservice verbessern zu wollen. „Es kann nicht sein, dass man dort dienstags einfach keinen Menschen erreicht“, sagte er, „das ist ein Unding“.

Ob Gimmler tatsächlich Bürgermeisterin bleibt oder ob ein Neuer ins Rathaus einzieht – die Probeabstimmungen zu Beginn und am Ende des HNA-Lesertreffs gaben keine eindeutige Antwort. Am Sonntag, 29. Januar, wissen wir mehr.

Das wollten die Zuschauer wissen: 

Zuschauer Marcel Humburg fragte, wie es mit der K 24, der Kreisstraße von Martinhagen nach Ehlen weitergeht. „Sie wird saniert werden“, lautete die kurze knackige Antwort von Amtsinhaberin Gimmler. Die Straße sei schon länger Thema, sagte Schaumburg und machte deutlich, dass er es nicht verstehen könne, dass Bürgermeisterin Gimmler dafür bisher keine Fördermittel in Anspruch genommen hätte. Auch Michael Plätzer hält die Sanierung der K24 für wichtig, um den Verkehr aus Breitenbach herauszubekommen. Dagmar Zindel richtete sich an Gerhard Schaumburg. Entgegen seiner Aussage, man müsse mehr Nahversorgung in Martinhagen schaffen, findet die Martinhagenerin die Nahversorgung in ihrem Ortsteil völlig ausreichend. „Ich habe den Eindruck, Sie waren noch nie in Martinhagen“, sagte Zindel überspitzt. Da hätte sein Eindruck ihn wohl getäuscht, lautete die knappe etwas verschämte Antwort Schaumburgs. Horst Pilgram erkundigte sich nach der Mitarbeiter-Philosophie der drei Kandidaten. „Ich nehme meine Mitarbeiter hart ran. Sie werden gefordert und gefördert“, sagte Gimmler. „Mitarbeiter brauchen Freiräume“, betonte Plätzer. Er sei für Vertrauen, sowie offene und faire Kommunikation, sagte er und erntete dafür viel Applaus. Schaumburg sieht das Rathaus als Herzstück der Gemeinde, deren Mitarbeiter als Staatsdiener für die Schauenburger Bürger erreichbar sein müssen.

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