Absage aus dem Rathaus

Fahrt zum Fasching: Bus für Senioren wird gesucht

Ein Bus für die Senioren: Markus Busch, der Präsident des Carneval-Clubs Elgershausen (CCE), wünscht sich einen Bus, mit dem er die Senioren in Schauenburg zum Karneval chauffieren kann. Foto: C. Hartung

Schauenburg. 45 Gäste, schätzt Markus Busch, waren beim Seniorenkarneval im vergangenen Jahr. „Da muss sich dringend etwas ändern“, weiß der Präsident des Carneval-Clubs Elgershausen.

„Die Besucher nehmen stetig ab, seitdem wir Eintrittsgeld nehmen müssen“, sagt Busch. Der Karnevalsverein müsse unter anderem hohe Gebühren für Räumlichkeiten und die Musiknutzung (GEMA) bezahlen. „Ohne Eintrittsgeld könnten wir Veranstaltungen wie diese finanziell gar nicht stemmen.“

Damit wieder mehr Besucher zum Seniorenkarneval kommen, hatte Markus Busch eine Idee: einen Fahrdienst für die Senioren. Doch dafür fehlte eine wichtige Sache: das passende Auto. Weil es sich der Verein nicht leisten kann, Geld für den Bus zu bezahlen, suchte Busch nach einer anderen Lösung. „Die Gemeinde hat einen Bus mit sieben Sitzplätzen. Freitagnachmittags brauchen die den nicht“, weiß er.

Also erkundigte er sich bei der Bürgermeisterin von Schauenburg, Ursula Gimmler (CDU), ob es möglich sei, den gemeindlichen Bus für ein paar Stunden zu nutzen. Doch er biss auf Granit.

„Die Idee wurde sofort im Keim erstickt.“

Markus Busch, Carneval-Club

„Die Idee wurde sofort im Keim erstickt.“ Auf HNA-Anfrage sagte Gimmler, dass der Bus grundsätzlich nicht an Vereine vermietet würde. „Auch hier machen wir keine Ausnahme.“

Auch bei der evangelischen Kirchengemeinde in Elgershausen habe Busch nachgefragt, weil die Kirche ebenfalls im Besitz eines solchen Busses sei. Doch auch hier gab es erst einmal keine Zusage, da eine weitere Besprechung mit dem Kirchenvorstand nötig sei. „Von der Pfarrerin wurde ich sogar gefragt, warum wir den Fahrdienst denn kostenlos anbieten wollen.“ Würde man Geld dafür nehmen, dann wüssten die Leute den Service viel mehr zu schätzen, habe die Pfarrerin gesagt.

„Die Gemeinde und die Kirche haben doch eine Fürsorgepflicht für ihre Bürger“, sagt Busch. „Und hier will man nicht mal einen Bus zur Verfügung stellen, damit wir die alten Leute von zu Hause abholen können.“ Viele Senioren könnten nicht mehr selbst Auto fahren. Auch mit dem öffentlichen Bus sei es schwierig, weil auch ein Fußweg von der Haltestelle nötig sei.

Dorothee Heidtmann, Pfarrerin in Elgershausen, sagte auf HNA-Anfrage, dass die Entscheidung noch nicht gefallen sei. Wenn der Bus übergeben würde, habe die Kirche eine Versicherungspflicht. „Das muss erst alles abgeklärt werden.“ Ebenso, ob der Bus überhaupt für die Senioren tauglich sei.

Markus Busch hofft, dass sich eine Autovermietung oder ein Privatmann findet, der einen Bus (7-Sitzer) am Freitagnachmittag, 13. Februar 2015, kostenlos zur Verfügung stellen würde. „Wir können die alten Leute nicht im Regen stehen lassen.“

Kontakt: Markus Busch, Tel.: 05601-9682086.

Von Carolin Hartung

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