Freie Wähler gegen die Stromtrasse Suedlink

+
Hohe Masten: Diese könnten schon bald das landschaftliche Bild im Bauna-Tal prägen.

Baunatal / Schauenburg. Freie Wähler lehnen die geplante Stromtrasse Suedlink komplett ab. Sie setzen stattdessen auf dezentrale Konzepte.

Weder Erdkabel noch Überlandleitungen: Die Freien Wähler positionieren sich vor den Kommunalwahlen im kommenden Jahr eindeutig gegen die geplante Stromtrasse Suedlink. Zudem befürchtet die Wählervereinigung, dass mit der Leitung neben Wind- auch Kohlestrom in den Süden transportiert werden soll.

EnginEroglu

„Wir lehnen die Leitung komplett ab. Wir sind auch gegen die Prüfung von Alternativen“, sagte Engin Eroglu, Landesvorsitzender der Jungen Freien Wähler Hessen und Mitglied des Kreistags Schwalm-Eder bei einem Treffen der Freien Wähler mit Bürgerinitiativen gegen Suedlink.

Statt großer, zentraler Stromleitungen wollen die Freien Wähler bei der Energieversorgung auf dezentrale Konzepte setzen. „Wind, wo es nötig ist, dazu ,Power to Gas‘-Konzepte und Fotovoltaik“, erklärt Eroglu die Sicht seiner Partei.

Die Freien Wähler befürchten zudem, dass die geplante Stromtrasse dazu genutzt wird, neben Windkraft Kohleenergie zu transportieren. „Es kann nicht nachvollzogen werden, ob mit Suedlink Windenergie aus der Nordsee oder Kohlestrom aus Hamburg weitergeleitet wird“, so Eroglu.

Hubert Aiwanger

Hubert Aiwanger, Bundesvorsitzender der Freien Wähler, stellt zudem den Nutzen der Stromleitung infrage. „Den Windstrom von der Nordsee kann man auch in das bestehende Netze einspeisen. Dazu ist Suedlink nicht notwendig“, sagt er. Für ihn diene die Trasse den Zwecken der Kohlestromlobby. „In Suedlink kann parallel Wind- und Kohlestrom eingespeist werden“, so Aiwanger. Das diene den Exportinteressen der Kohlestromerzeuger, die Energiewende werde so aber nicht beschleunigt. „Dazu braucht es regionale Modelle und keine zentralen Leitungen“, betont er.

Suedlink soll bis zum Jahr 2022 realisiert sein. Netzbetreiber ist das Unternehmen Tennet. Mit der Stromleitung sollen große Mengen Windstrom vom Norden Deutschlands nach Süden geleitet werden. Vorgeschlagen war auch eine Prüfungsvariante, deren Verlauf Schauenburg und Baunatal berührt.

Um die geplante Stromtrasse doch noch zu verhindern, wollen die Freien Wähler Druck auf die regierenden Parteien machen. „Denn Suedlink steht rechtlich schon im Bundesbedarfsplan“, sagte Aiwanger. Es müsse nun darum gekämpft werden, dass die Stromtrasse aus dem Plan gestrichen wird.

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.