Gemeindeparlament Schauenburg: Sparvorschlag zur Wehr verpuffte

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Fahrzeug in Flammen: Das Foto zeigt Wehrleute aus Schauenburg beim Löschen eines in Brand geratenen Autos auf der ehemaligen Bundesstraße 520.

Schauenburg. Hohe Wellen schlug ein Antrag der Offensive Schauenburg zur Feuerwehr in der Sitzung der Gemeindevertreter am Donnerstag in Elgershausen.

Die Fraktion wollte mit dem Antrag den Gemeindevorstand auffordern, bei den Ortsteilwehren nach gemeinsamen Handlungsabläufen zu suchen, um Einsparungen für den Haushalt erzielen zu können. Am Ende zog die Offensive - nach heftigem Gegenwind der anderen Parteien - den Antrag zurück.

Und so kam das zustande: Schon in der vorangegangenen Ausschusssitzung war die Offensive mit ihrem Vorstoß auf heftigen Widerstand bei den anderen Fraktionen und Bürgermeisterin Ursula Gimmler (CDU) gestoßen. Dementsprechend hoch war auch das Interesse der Feuerwehr an der Parlamentssitzung im Elgerhaus. Zahlreiche Vertreter der Brandschützer verfolgten die Versammlung vom Zuschauerraum aus.

„Wir halten es für notwendig, dass im Rahmen der Haushaltskonsolidierung alle Bereiche überprüft werden - auch die Feuerwehr“, sagte Frank Hofmann in der Begründung des Offensive-Vorstoßes. Man müsse den Antrag aber als Prüfauftrag verstehen. „Wir wurden im Ausschuss so hingestellt, als wenn wir der Feuerwehr an den Kragen wollten.“

Die Feuerwehren bekämen im Gegenzug zu Funktionären in Sportvereinen keine Aufwandsentschädigung, sagte die Bürgermeisterin. Bis zu 12.000 ehrenamtliche Stunden leisteten die Mitglieder der fünf Ortsteilwehren pro Jahr.

Und Timo Storch (SPD) machte deutlich, dass mögliche Einsparpotenziale bei der Feuerwehr schon vor einigen Jahren vom Ausschuss Haushaltskonsolidierung untersucht worden seien. Harald Starke ergänzte für die CDU: „Hier geht’s ums Ehrenamt und um die Sicherheit der Bürger Schauenburgs. Und da darf man nicht sparen.“ Wolfgang Deickert (SPD) brachte die Sparbemühungen, die bei der Feuerwehr selbst herrschen auf den Punkt: Ein Bekannter trage seit 25 Jahren die selben Feuerwehrstiefel, jetzt habe er angefragt, ob es mal neue gebe. „Tragen Sie 25 Jahre die selben Schuhe?“, fragte der Sozialdemokrat in Richtung der Antragsteller.

Die Offensive räumte schließlich ein, mit dem Vorstoß einen Fehler begangen zu haben, auch weil die Fraktion im Vorfeld der Parlamentssitzung nicht mit der Feuerwehr gesprochen habe. Fraktionschef Gerhard Schaumburg zog das Papier nach einer kurzen Sitzungsunterbrechung zurück.

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