Gimmler nach Wahlniederlage: „Einen Plan B gibt es nicht“

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Die unterlegene Kandidatin: Ursula Gimmler führt seit zwölf Jahren die Verwaltung der Gemeinde Schauenburg. Nun scheidet sie aus dem Amt aus. 

Schauenburg. Rund 26 Prozent der Stimmen hat Amtsinhaberin Ursula Gimmler (CDU) bei der Bürgermeisterwahl in Schauenburg am Sonntag geholt, damit unterlag sie deutlich Michael Plätzer (SPD), der mehr als 55 Prozent der Wähler überzeugte.

Am Tag nach der Wahl zeigt sich Gimmler geschockt im Gespräch mit der HNA. „Damit habe ich nicht gerechnet.“

Die Entscheidung sei für sie nicht erkennbar gewesen, sagt sie. „Ich hatte nicht das Gefühl, dass die Menschen mich leid sind.“ Die Wahl sei deshalb ein absoluter Schock gewesen, „das hat mir den Boden unter den Füßen weggerissen“. Sie hatte fest mit einer Stichwahl gerechnet. „Ich bedaure, dass ich die vermeintliche Wechselstimmung vorher nicht bemerkt habe.“ Den Wahlkampf hätte sie sich sonst nicht mehr angetan.

Michael Plätzer habe sie am Abend noch gratuliert „und es wird sicher noch Gespräche geben“. Allerdings: Das komme laut Gimmler auch darauf an, „ob die Häme weitergeht“. Der Wahlkampf sei enttäuschend gewesen, werde insgesamt immer amerikanischer, viel Dreck werde verteilt. „Das war teils schwer auszuhalten.“ Schwer getroffen haben die Noch-Bürgermeisterin Anschuldigen, sie hätte der Gemeinde viele Schulden beschwert, habe ein Alkoholproblem oder dass viele Mitarbeiter die Verwaltung verlassen hätten. „Ich hatte gehofft, dass die Wähler das unterscheiden können.“ Sie denke, dass sie in den vergangenen zwölf Jahren gute Arbeit geleistet habe.

„In den kommenden vier Monaten werde ich noch meine Arbeit machen“, sagt die 50-Jährige. Und danach? „Einen Plan B gibt es nicht.“ Im Vorfeld habe sie sich darum noch keine Gedanken gemacht. Nun könnte eine berufliche Umorientierung folgen, „denn in meinem Alter kann ich nicht den ganzen Tag Zuhause sitzen“. Sie sei eine 60- bis 70-Stunden-Woche gewöhnt. Diese Woche hat sie allerdings Urlaub, am Dienstag fährt sie für ein paar Tage nach Österreich.

Ursula Gimmler war nach dem Ausscheiden aus dem Amt insgesamt zwölf Jahre Bürgermeisterin. Für die Altersbezüge angerechnet werden ihr die gesamte Verwaltungszeit seit 1986. In Hessen bekommt ein Bürgermeister einer Gemeinde ab 10.000 Einwohnern monatlich 6795 Euro brutto. Gimmler bekommt künftig „55 Prozent von dem, was ich bisher habe“. 

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