Habichtswaldsteig

Kein Zutritt mehr für Wanderer: Naturschutzgebiet mit Stacheldraht abgezäunt

Schauenburg. Wer auf der Extratour H 4 des Habichtswaldsteiges den Anstieg zum großen Schönberg erklimmt, stößt auf halber Strecke plötzlich auf einen Weidezaun. Großflächig hat eine Weidegemeinschaft das Areal des Naturschutzgebietes mit Stacheldraht abgegrenzt.

Wanderer können die ehemals freie Hutefläche mit Blick auf Breitenbach nun nicht mehr betreten, sie müssen abzweigen und am Zaun entlang bis zum benachbarten Lindenberg laufen.

Die Nutzung als Weidefläche, die von der Gemeinde Schauenburg an die Landwirte verpachtet wurde, diene der Pflege des Naturschutzgebietes, erläutert Förster Jakob Gruber von der Landesbehörde Hessenforst. Der Forst sei von der Oberen Naturschutzbehörde mit der Pflege des Gebietes beauftragt.

Die weidenden Rinder sorgten dafür, dass die Fläche nicht über Jahre zuwachse, sagt Gruber. „Wenn man das nicht macht, haben wir hier in 70, 80 Jahren Wald. Wir haben den Auftrag, dass das hier frei bleibt.“

Dem Vernehmen nach hatten sich Wanderer - auch aus dem benachbarten Orten Breitenbach und Martinhagen - darüber beklagt, dass das Teilstück des Premiumwanderwegs seit kurzem umgeleitet wird. Auch eine Bank am höchsten Punkt der Extratour sei versetzt worden.

Das alles bestätigt Jakob Gruber, der beim Forst für den Naturpark Habichtswald zuständig ist. Es habe vereinzelte Beschwerden gegeben, sagt er. Er selbst halte aber diese Einschränkung im Sinne des Naturschutzes für vertretbar. „Der Blick auf Breitenbach ist auch von dem Punkt weiter oben möglich.“

Die Verlegung der Strecke sei zudem mit der Arbeitsgemeinschaft Habichtswaldsteig abgesprochen.

„Wir halten das für in Ordnung“, bestätigt Claudia Thöne, Geschäftsführerin der Arbeitsgemeinschaft. Thöne und Jörg Dreismann, bei der Gemeinde Schauenburg verantwortlich für den Habichtswaldsteig, halten es für möglich, dass der H 4 oberhalb sowieso demnächst anders geführt wird. Neben der aktuellen Änderung im Bereich des Naturschutzgebietes Großer Schönberg kam es vor einiger Zeit schon einmal zu einer Änderung. Der Weg wurde am Lindenberg umgeleitet, weil in dem Waldstück die Vorarbeiten für einen Windpark begonnen haben. „Im Moment ist da noch eine provisorische Umleitung“, sagt Dreismann zur Gesamtsituation.

Spätestens in einem Jahr müssen sich die Anbieter aber einig sein. Dann kommt die Extratour des Habichtswaldsteiges erneut auf den Prüfstand des Deutschen Wanderinstitutes zur Nachzertifizierung. Bis dahin müsse man eine geeignete Wegführung finden, sagt Dreismann. „Das verschafft uns ein bisschen Luft.“

Von Sven Kühling

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