Kinder stark gegen Gewalt

Elgershausen: Grundschüler lernen Verhalten in Gefahrensituationen

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Bereit: (von links): Anton (8), Emma (8), Emil (8), Shirin (9), Emilie (8) und Martin (9) werden vom Gewaltpräventionstrainer Steffen Heinemann (hinten) für den Ernstfall fit gemacht.

Schauenburg. Gespannt schauen die Kinder auf die Leinwand. Hans-Peter wird gerade von drei Mitschülern zu Boden geworfen. Er liegt hilflos auf dem Boden und wehrt sich nicht. Der fünfminütige Film thematisiert Mobbing in der Schule.

Ein Thema, das einige Schüler der Klasse 3 A der Elgershäuser Grundschule in abgeschwächter Form auch schon selbst erlebt haben. Im Rahmen eines Gewaltpräventionskurses lernen die Grundschüler theoretische Grundlagen und Verhaltensweisen in Gefahrensituationen.

Wie befreie ich mich aus einem Händegriff, was mache ich, wenn mich ein Fremder anspricht und was ist, wenn ich in der Schulklasse gemobbt werde? Für den 41-jährigen Gewaltpräventionstrainer Steffen Heinemann gehe es darum, den Schülern eine gewaltfreie Kommunikation zu vermitteln und den richtigen Umgang mit dem Gefühl Angst zu lehren. Ein wichtiger Punkt dabei seien die drei L: Licht, Lärm und Leute. „Wenn Dinge passieren, dann wissen sie, wo sie Hilfe bekommen.“

Die Kinder lernen, dass sie einen persönlichen Kreis haben. Kommt ihnen jemand zu nah, müssen sie das klar und deutlich formulieren. „Durch das Stopp-Zeichen und ein klares Nein zeigen die Kinder ihre persönliche Grenze.“ Den Grundschülern soll verdeutlich werden, dass sie das Recht auf Nein haben. Dem achtjährigen Mika hat der Film sehr gefallen. „Ich habe gelernt, dass man was sagen muss, wenn man geärgert wird.“

Auch die achtjährige Emma fand den Film gut. „Wir müssen sagen, wenn uns was stört.“ Die achtjährige Evelyn fand den Film ebenfalls sehr interessant. „Ich habe gelernt, dass wir aufpassen müssen, wenn so etwas passiert.“

Neben theoretischen Grundlagen lockert Steffen Heinemann die Situation mit konkreten Verhaltensweisen und dem Erlernen von effektiven Selbstverteidigungstechniken auf. Wichtig seien in einer Gefahrensituation die drei A: aufpassen, Abstand halten und abhauen. „Wenn man sich an diese Verhaltensregeln hält, dann passiert nichts“, sagt Steffen Heinemann.

Von Johanna Uminski 

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