Kirchensanierung auf Zielgerade

Sanierung kostete 400.000 Euro: Kirche in Martinshagen wird wiedereröffnet

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Kirchendach in neuem, roten Glanz: Pfarrerin Cathrin Szameit verfolgt regelmäßig die Fortschritte bei der Sanierung der Kirche Martinhagen.

Schauenburg. Am Sonntag, 17. Dezember, soll die Kirche in Martinshagen mit einem Gottesdienst wiedereröffnet werden. Bis dahin werden die Arbeiten insgesamt etwa 850.000 Euro verschlungen haben.

Seit eineinhalb Jahren können keine Gottesdienste mehr dort gehalten werden. Doch nun ist das Ende des Marathons in Sicht. Allein 400.000 Euro kostet die Sanierung des Kirchenschiffs. Seit 2015 flossen weit über 30.000 Euro an Spenden. Kirchenkreis, Kirchenerhaltungsfonds und Landeskirche steuerten große Beträge bei. Den Rest hat die Gemeinde aus Eigenmitteln und mit einem Darlehen finanziert.

Ein bröckelnder Kirchturm. Ein Kirchenschiff, dessen Wand sich an der Südseite wegen unzureichender Statik bis zu acht Zentimeter nach außen wölbte. Ein erneuerungsbedürftiges Schieferdach. Und Mauerwerk, dessen Putz sich wegen ständiger Feuchtigkeit löste: Das war die Ausgangslage.

Für den letzten Bauabschnitt musste die Kirche im Mai 2016 geschlossen werden. Eigentlich sollten diese Arbeiten schon im Sommer abgeschlossen sein. Doch dann habe man festgestellt, dass es nicht mit einer Trocknung der feuchten Innenwände getan war. „Vom Martinsstein her dringt ständig Wasser über eine Basaltzunge in die die Kirche ein. Denn das Kirchenschiff liegt unter dem Straßenniveau“, erklärt Pfarrerin Cathrin Szameit. Deshalb musste die Fassade an der Nordseite bis zu einer Betonbewehrung aufgegraben werden. Dieser Graben wird auf Dauer bleiben und mit einem begehbaren Metallgitter abgedeckt, berichtet die Pfarrerin. Auf diese Weise wird die bedrohte Wand der Kirche ständig belüftet. Vorbild für diese Lösung sei die Kirche in Istha (Stadt Wolfhagen).

Im Innern ist die Kirche neu gestrichen worden. An den Seitenwänden werden mit elektrischem Strom betriebene Heizkörper installiert und verkleidet. Unter dem Dach haben Handwerker morsche Balken ausgetauscht. Außerdem wurde der Dachboden gedämmt. Die alten Schindeln aus Schiefer sind durch rote Dachpfannen ersetzt worden. In dieser Farbe sei die Kirche ursprünglich auch eingedeckt gewesen, berichtet die Pfarrerin.

Momentan werden die Kirchenbänke neu gestrichen, Heizkörper verkleidet und Kabel angeschlossen. Der Altarraum ist Abstellplatz für das Material der Handwerker. Bilder von der Baustelle vor dem Altarraum will die Pfarrerin nicht sehen. Das könne die Gemeindemitglieder nur abschrecken, meint sie. Außerdem wolle sie die Gemeinde mit dem neuen Farbkonzept überraschen. Dieses Jahr wird das Kirchenschiff 250 Jahre alt. 2018 soll das mit einer Festschrift gewürdigt werden.

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