Insgesamt weniger Straftaten im Bauna-Tal

Kriminalstatistik: Autoteile-Diebe aus Litauen wurden gefasst

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Blickten auf die Kriminalstatistik: Schauenburgs Bürgermeister Michael Plätzer, Revierleiter Henning Hinn und Baunatals Bürgermeister Manfred Schaub.

Kassel/Baunatal/Schauenburg. Banden aus Litauen haben auch in Baunatal und Schauenburg im vergangenen Jahr hochwertige Autos aufgebrochen und technische Teile ausgebaut. Das schlägt sich in der Kriminalstatistik des Polizeireviers Süd-West nieder.

Die Kfz-Aufbrüche stiegen in Baunatal gegenüber dem Jahr 2016 von 32 auf 44 Fälle an. In Schauenburg gab es einen Anstieg von fünf auf sieben Fälle.

Die Täter, so berichtet Revierleiter Henning Hinn, seien dann im Mai 2017 festgenommen worden. Ab diesem Zeitpunkt sei die Zahl der Autoaufbrüche deutlich zurückgegangen. Die Litauer hätten es bei Modellen von Mercedes und BMW auf hochwertieg Teile wie Airbags und Navigationsgeräte abgesehen gehabt. Der Schaden habe sich pro Fahrzeug zwischen 5000 und 12 000 Euro eingependelt. Es habe Autobesitzer gegeben, berichtet Hinn, deren Auto viermal hintereinander Ziel der Bande geworden war.

Gesamtzahl der Taten

Grundsätzlich zeigte sich Hinn mit dem niedrigen Niveau bei den Straftaten im Bauna-Tal sehr zufrieden. In der Satdt Baunatal fiel die Zahl der Fälle leicht von 993 im Jahr 2016 auf 925 in 2017. In Schauenburg verzeichneten die Beamten einen leichten Anstieg von 149 Fällen auf 192.

„Insgesamt ist das eine sehr erfreuliche Entwicklung“, sagte der Revierleiter. An erster Stelle nannte Hinn, dass es in Baunatal kein einziges Tötungsdelikt gegeben habe. In Schauenburg habe es einen Fall mit Angriff auf ein Leben gegeben.

Gewalt in Familien

Die Beamten verzeichneten einen Anstieg bei den Anzeigen von Gewalt in Familien. „Wir haben eine Zunahme im Anzeigeverhalten“, so Hinn. Im Revier beschäftige sich extra eine Sachbearbeiterin nur mit diesen Taten. „Wir haben jede Woche immer vier, fünf Fälle. Das ist sehr aufwendig.“ Auch in Migranten-Familien setzt sich laut Hinn inzwischen durch, dass Gewalttaten angezeigt werden. „Das bleibt nicht mehr in der Familie.“

Einbrüche

Die Zahl der Wohnungseinbrüche ist hingegen zurückgegangen. In der Stadt Baunatal sank die Zahl von 22 auf acht im Jahr 2017. „Einen so niedrigen Wert hatten wir noch nie“, betont der Revierleiter. Grund für diese Entwicklung: Die Bürger seien aufmerksamer und gäben mehr Hinweise an die Polizei weiter. „Wir haben vor allem im Seniorenbereich dafür Werbung gemacht“, ergänzt Baunatals Bürgermeister Manfred Schaub (SPD).

Noch deutlicher wird der Trend beim Blick auf die Zahlen der Nachbarstadt Kassel, für die das Baunataler Revier-Süd-West in Teilen ebenfalls zuständig ist. In den Kassler Stadtteilen (etwa Kirchditmold, Harleshausen und Wilhelmshöhe) sank die Zahl der Einbrüche von 732 im Jahr 2016 auf 326. Das Revier Süd-West habe von allen nordhessischen Revieren den stärksten Rückgang bei den Einbrüchen zu verzeichnen, erläutert der Polizeichef.

Vermögensdelikte

Sorgen bereitet den Beamten allerdings die Zunahme bei den Vermögensdelikten. Dazu zählen auch die Taten mit dem Enkeltrick. Laut Hinn gab es zum Beispiel einen Fall in Baunatal, bei dem eine ältere Frau zu zwei Terminen ihr Erspartes in Höhe von insgesamt 180.000 Euro an die Täter übergab.

Die Polizei appelliert insbesondere an die Mitarbeiter der Banken. Diese sollten noch mehr dafür sensibilisiert werden: Wenn ältere Menschen unerwartet größeren Mengen Bargeld abheben, dann könnte eine Betrugsmasche dahinter stecken.

Lob gab es von den Bürgermeistern Manfred Schaub und Michael Plätzer (SPD) über die Zusammenarbeit zwischen den Kommunen und der Polizei, Schaub nannte als Beispiel die Kooperation etwa mit den Streetworkern der Stadt. 

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