Für Lohnmelkbetriebe wird es besonders schwierig

Wegfall der Milchquote: Landwirte in Sorge vor sinkenden Preisen

Sinkende Preise: Der Wegfall der Milchquote bringt vor allem Schwierigkeiten für kleinere Betriebe, weil durch die Erhöhung der Produktion auch die Preise für Milchprodukte fallen. Foto: dpa

Baunatal/Schauenburg. Der Wegfall der europaweiten Milchquote ab April bereitet den Landwirten in der Region Kopfzerbrechen. Besonders kleinere Betriebe befürchten Nachteile.

Bislang hatte die Milchquote das Kontingent der einzelnen Betriebe geregelt und damit auch für eine Preisstabilität in der Branche gesorgt.

Für Betriebe, die zu viel Milch produziert hatten, mussten Strafen in Millionenhöhe gezahlt werden. Wenn die Milchquote fällt, ist daher davon auszugehen, dass die Produktion weiter ansteigt. Ein Anstieg würde aber auch die Preise weiter sinken lassen.

Sieht Gefahren für kleinere und mittlere Betriebe: Landwirt Bernd Krug aus Baunatal-Rengershausen. Archivfoto: Kühling

„Größere Betriebe werden mit dem Wegfall der Milchquote besser klarkommen“, ist sich auch Johannes Gerhold vom Kreisbauernverband sicher. In Zukunft würden sich wahrscheinlich die Betriebe mit der besten Produktivität durchsetzen. Nach dem Wegfall der Milchquote werde vermutlich verstärkt auf Masse gesetzt, vermutet Gerhold. Viele kleinere Betriebe hätten in den vergangenen Jahren bereits aufgegeben oder sich umorientiert.

Auch Bernd Krug, Landwirt aus Rengershausen, glaubt, dass die Kosten gerade für kleinere und mittelgroße Betriebe einfach zu hoch werden. Die Großen werden weiter aufstocken und die Tierbestände erweitern, die Kleineren werden aufhören. „Aber egal wie groß die Betriebe sind, der Milchpreis betrifft alle. Wenn der Wegfall der Quote den Preis weiter einbrechen lässt, dann wird das für jeden Betrieb zum Problem“, so Krug. Für Lohnmelkbetriebe, die von ihren Einnahmen ihre Mitarbeiter bezahlen müssen, wird es besonders schwierig. „Es wird versucht werden, mehr zu produzieren, um die Lohnkosten zu zahlen“, sagt Krug. Aber je weiter der Milchpreis sinke, desto schwieriger werde das.

Auch Albert Lörtzerich, Milchbauer aus Martinhagen, ist sich sicher, dass gerade die kleineren Betriebe ihre Produktion weiter steigern werden. Man werde sich allerdings gut überlegen, ob es wirklich Sinn macht, Millionen in eine Erweiterung zu investieren. „Die Nachfrage nach Milchprodukten auf dem Weltmarkt ist da“, sagt er. Aber das letzte Jahr habe gezeigt, was mit dem Milchpreis passiert, wenn mehr produziert als verbraucht würde.

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