Lindenberg bei Breitenbach: Wind stoppt Windpark-Aufbau

Riesige Flügel im Anmarsch: 58,5 Meter sind die Rotorblätter lang, die jetzt an der Baustelle am Lindenberg bereitstehen. Fotos: Wohlgehagen

Schauenburg. Die Arbeiten an der Fertigstellung der ersten Windkraftanlage im Windpark am Lindenberg sind am Freitagnachmittag wegen widriger Windverhältnisse eingestellt worden.

Der 140 Meter hohe Turm steht, aber der zunehmende Wind verhinderte die für Freitag und Samstag geplante Montage des Maschinenhauses, der Nabe und der Rotorblätter. Die Fortsetzung der Arbeiten ist jetzt für Montag geplant.

Wind von zwölf bis 14 Meter pro Sekunde sei für den Kranvorgang zu viel, sagte Bauleiter Frank Ruppersberg unserer Zeitung. Der 46-jährige Techniker steuert den Aufbau der 200 Meter hohen Windräder in Schauenburg für den Hersteller Nordex.

Schon am Freitagvormittag ging der besorgte Blick des Bauleiters immer häufiger nach oben: Die Seile des 155 Meter hohen Riesenkrans tanzten schon zu diesem Zeitpunkt so sehr im Wind, dass an ein Aufsetzen der Maschinenbauteile in nicht zu denken war. „Die Entscheidung über die Fortsetzung der Arbeiten trifft letztlich immer der Kranfahrer“, sagte Frank Ruppersberg, der hinsichtlich windbedingter Wartezeiten nach eigenen Angaben „leidvolle“ Erfahrungen von anderen Baustellen mitbringt.

Bis jetzt hat der Aufbau der zur A 44 gewandten Windkraftanlage ohne größere Probleme funktioniert: Am Donnerstag wurden die beiden Turmteile aufgesetzt. Im Anschluss daran sollten die bereitstehenden Maschinenteile und auch die Rotoren von dem Kran-Ungetüm nach oben gehievt werden.

Die drei 58,5 Meter langen Rotorblätter stehen unterhalb der Baustelle auf Schwertransportfahrzeugen schon bereit. Die riesigen Windflügel, die in der Nacht auf Freitag in Breitenbach angeliefert wurden, und ihre Spezial-Transportfahrzeuge ziehen neugierige Blicke von Schaulustigen auf sich.

Windpark Schauenburg "Lindenberg": Aufstellungsphase II

Unmittelbar an der Krananlage herrschte am Donnerstag und Freitag Hochbetrieb: Man müsse das Dach des Maschinenhauses vor dem Kranvorgang vorübergehend abnehmen, um an die Anschlagpunkte der Maschinenträger heranzukommen, erläutert Frank Ruppersberg. Mitarbeiter des von Nordex beauftragten Kran- und Schwerlastunternehmens bereiteten auch die dreigeteilte Nabe auf die „Reise nach oben“ und die Endmontage in luftiger Höhe vor. Alles muss schließlich fertig sein, bis der Kranfahrer das Signal und damit sein „Okay“ für die Hebevorgänge gibt.

Auch an den anderen Baustellen im Windpark war in den vergangenen Tagen viel Betrieb: Der noch nicht ganz fertiggestellte fünfte Basisturm ragt jetzt ebenfalls schon ein ganzes Stück aus dem Wald heraus. In der nächsten Woche soll ein weiterer Kran in Breitenbach eintreffen. Dessen Einsatz wird sicher dazu beitragen, den Aufbau des Windparks wie geplant bis zum Jahresende abschließen zu können. Von Hans-Peter Wohlgehagen

 

Hintergrund

Investor des neuen Windparks in der Gemeinde Schauenburg ist das nordfriesische Unternehmen GP Joule, das für die fünf Anlagen der 2,4-Megawatt-Klasse nach eigenen Angaben rund 25 Millionen Euro investiert. Anlagen-Hersteller ist die Firma Nordex. Nach der Inbetriebnahme sollen mit den jeweils 200 Meter hohen Windrädern am Lindenberg rund 28 Millionen Kilowattstunden öko-elektrische Energie jährlich produziert und in das Netz eingespeist werden. Diese Menge entspricht dem Versorgungsbedarf von 4650 Haushalten und 18 600 Personen. Zum Vergleich: In der Gemeinde Schauenburg sind aktuell gut 10 000 Einwohner gemeldet. (ppw)

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