Nur noch zwei freie Flächen im Gewerbegebiet "Hilschen"

Mehr Gewerbeflächen in Schauenburg geplant: Betriebe sind ein Wachstumsmotor

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Begehrtes Gewerbegebiet: Im „Hilschen“ in Elgershausen haben sich unter anderem Kfz-Technik-Betriebe und Reifenhändler angesiedelt. Nur noch zwei Grundstücke sind zu vergeben.

Schauenburg. Die Gewerbeflächen in Schauenburg werden rar. Nun denkt die Gemeinde über Erweiterungen nach.

2017 stand im Zeichen heftiger Diskussionen zwischen Gewerbetreibenden, Kommunalpolitik und Verwaltung über die Anhebung des Hebesatzes der Gewerbesteuer um 20 Prozent auf aktuell 470 Punkte. Dabei ist aus dem Blick geraten, dass sich Gewerbeansiedlungen zum Wachstumsmotor zu entwickeln scheinen: Schauenburg verzeichnete nach Auskunft von Bürgermeister Michael Plätzer (SPD) 57 neue Gewerbeanmeldungen im vergangenen Jahr. Ende 2017 waren laut Gemeinde insgesamt 816 Betriebe angemeldet.

Gewerbegebiet in Elgershausen

Die Gemeinde werde darüber nachdenken müssen, neue Gewerbeflächen auszuweisen, sagt Plätzer und hat dabei einen Zeitrahmen von fünf Jahren im Blick. Die 20 Grundstücke im Gewerbegebiet „Hilschen“ in Elgershausen seien bis auf zwei verkauft. Eine Erweiterung des Elgershäuser Gewerbegebiets sei grundsätzlich möglich. Ansonsten stehe nur noch ein Grundstück in Breitenbach zur Verfügung. Für dieses gebe es – genauso wie für die Restflächen im „Hilschen“ – schon Interessenten.

In der Gemeindekasse macht sich der Zuzug von Unternehmen trotz der Gewerbesteuererhöhung weniger bemerkbar als man denken sollte: 2017 zahlten die Betriebe laut Plätzer 1,55 Millionen Euro Gewerbesteuer. 2015 waren es noch 1,9 Millionen Euro. 2009 flossen gar nur 700.000 Euro in die Gemeindekasse. „Das ist eine Achterbahnfahrt“, sagt der Bürgermeister. Die Gleichung mehr Betriebe gleich mehr Gewerbesteuer geht nicht auf. Von allen Unternehmen Schauenburgs zahlen laut dem Verwaltungschef nur gut 140 überhaupt Gewerbesteuer.

Zuzug von Familien

Denn die Betriebe müssen nur für Erträge, die über 24.500 Euro hinausgehen, überhaupt etwas zahlen. Laut Plätzer leisten von den 57 neu angemeldeten Betrieben nur zwei Gewerbesteuervorauszahlungen. Der Bürgermeister sieht den positiven Effekt von Gewerbeansiedlungen vor allem im Zuzug der Mitarbeiter der Unternehmen und deren Familien, der für höhere Einkommensteueranteile im Haushalt der Gemeinde sorgt. Der Gemeinde sei eine Schrumpfung vorhergesagt worden. Inzwischen wachse Schauenburg sogar.

Plätzer teilt nicht die Ansicht des Augenoptikers Jens-Peter Ginsberg von der Gewerbevereinigung HG Leistungspartner, dass die Erhöhung des Gewerbesteuer-Hebesatzes Betriebe abschrecke, sich in Schauenburg niederzulassen. „In letzter Zeit hatten wir vier oder fünf Interessenten. Nur einer hat nach der Gewerbesteuer gefragt“, sagt der Bürgermeister. Viel wichtiger sei den Betrieben die Nähe zu Kassel und die Infrastruktur. Derzeit sehe er keine Notwendigkeit, den Hebesatz nochmals zu erhöhen. Die Gespräche mit Vertretern von HG Leistungspartner „haben dazu geführt, dass sich die Sensibilität erhöht hat, was wir als Gemeinde ausgeben wollen“, erklärt Plätzer. 

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