Große Hilfsbereitschaft in der Nachbarschaft - Bürgermeisterin startete Aufruf auf Facebook

Nach Feuer in Martinhagen: Familie sucht Bleibe

Feuer im Dachstuhl: Am Montagabend war der Brand in dem Fachwerkhaus in Martinhagen ausgebrochen. Foto: Polizei/nh

Schauenburg. Noch sitzt der Familie Zajak der Schrecken in den Knochen - kein Wunder, war sie doch nach dem verheerenden Hausbrand am Montagabend in Martinhagen mit einem blauen Auge davongekommen.

Als das alte Fachwerkhaus an der Korbacher Straße aus dem Jahr 1836 brannte, waren vier Kinder und die 70-jährige Schwiegermutter des Familienvaters Randolf Zajak in der Wohnung. „Niemand hatte etwas bemerkt“, schildert Zajak.

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Drei seiner Kinder und die Schwiegermutter spielten im Wohnzimmer, als das Feuer bereits um sich griff. Er und seine Frau seien zu diesem Zeitpunkt in Ahnatal unterwegs gewesen. „Nur mein ältester Sohn hatte etwas bemerkt“, sagt Zajak. Weil er sich aber direkt unterm Dach in seinem Zimmer aufhielt, war ihm schon der Fluchtweg abgeschnitten. Kurzerhand sprang er aus zwölf Metern Höhe in einen Strandkorb. „Das hat ihn gerettet“, sagt Zajak. Bis auf einige Prellungen sei ihm nichts passiert.

„Wir haben alles verloren“ 

Zu diesem Zeitpunkt habe schon ein Nachbar die Kinder und die Schwiegermutter aus dem Haus geholt und die Feuerwehr verständigt. „Das ging alles Schlag auf Schlag“, sagt Zajak. „Als wir aus Ahnatal in Martinhagen angekommen waren, war das ganze Dorf voller Rauch.“

Schnell hatte der Brand in Martinhagen die Runde gemacht. „Für die Hilfsbereitschaft unserer Nachbarn sind wir sehr dankbar“, sagt Zajak. Bürgermeisterin Ursula Gimmler postete auf Facebook einen Aufruf. „Ich suche ein Haus oder eine größere Wohnung für sechs Personen“, schrieb sie.

„Die Resonanz und die Hilfsbereitschaft waren enorm“, sagt Gimmler. Viele Wohnungsangebote seinen schon kurze Zeit später bei ihr eingegangen. Auch seien der Familie Mobiliar und Haushaltsgeräte aller Art angeboten worden.

Inzwischen hat sich die Familie Zajak eine Wohnung in Martinhagen anschauen können. „Das hat aber nicht geklappt, weil wir drei Hunde haben.“ Heute ist ein zweiter Besichtigungstermin in Niedenstein. „Vielleicht klappt es ja“, hofft der Familienvater.

Zajak ist überwältigt von so viel Hilfsbereitschaft. „Tatsächlich haben wir alles verloren“, sagt er. „Doch bei so viel Unterstützung steigt einfach die Zuversicht“. Jetzt ist Zajak einfach nur froh, bis jetzt in einer Dorfgemeinschaft gelebt zu haben. „Da funktioniert so etwas noch“, sagt er.

Dachstuhl-Brand in Martinhagen

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