Opfer hat noch immer Angst

Nach Raub in Schauenburg: Täter müssen ins Gefängnis

Schauenburg. Wegen schweren Raubes in Kombination mit gefährlicher Körperverletzung hat die Jugendkammer des Landgerichts hohe Strafen gegen drei junge Männer verhängt.

Ein 22-Jähriger muss zweieinhalb Jahre hinter Gitter, ein 21-Jähriger drei Jahre und neun Monate und sein 18-jähriger Bruder drei Jahre.

Kurz nach der Straftat am 1. November vorigen Jahres in Schauenburg-Breitenbach war das Trio von der Polizei festgenommen worden. Der 21-Jährige bleibt weiterhin in Haft. Sein Bruder sowie der 22-Jährige waren im Februar auf Beschluss des Landgerichts aus der Haft entlassen worden, weil keine Fluchtgefahr bestand. Bei dem Raub war eine 75-jährige Frau verletzt worden.

Tat im November 2016

Die maskierten Männer hätten am 1. November vorigen Jahres an der Haustür der 75-jährigen Frau in Schauenburg-Breitenbach geklingelt. Nach dem Öffnen hätten die Drei sie ins Haus gedrückt, ihr den Mund zugehalten und sie mit einem Kabelbinder gefesselt. Die Angeklagten, die nach Gold fragten, hatten sich nach eigenen Angaben bis zu 10.000 Euro Bargeld erhofft. Sie erbeuteten eine Münzsammlung, eine Schatulle mit höherwertigem Schmuck und 620 Euro Bargeld – alles von der Polizei sichergestellt. Die Frau konnte trotz der Fesseln den Notruf wählen. „Was die Schwere der Schuld angeht, ist dies ein außergewöhnlicher Fall”, fasste Staatsanwalt Müller zusammen.

Verhandlung dauerte elf Stunden

Die Verhandlung im bis zuletzt voll besetzten Sitzungssaal dauerte elf Stunden. Mit dem Urteil blieb das Gericht unter den Anträgen der Staatsanwaltschaft – jeweils fünfeinhalb Jahre für den 22- und 18-Jährigen und sechseinhalb Jahre für den 21-Jährigen. Die drei Verteidiger beantragten nicht mehr als zweieinhalb Jahre und für den 18-Jährigen eine Jugendstrafe von zwei Jahren. Wenn diese zur Bewährung ausgesetzt werde, könne der Beschuldigte dem Opfer des Raubes „noch heute” 5000 Euro Schmerzensgeld auf den Tisch legen, sagte Anwalt Momberg. Die hatte der Beschuldigte bereits vorher angeboten. Die Verteidigerin des Opfers verlangt aber 15.000 Euro.

Das Opfer hatte nach den Worten des Staatsanwaltes Atemnot, erlitt Verletzungen an Lippen und Hals „und hatte massive Ängste – sie hatte Todesangst und fürchtete um ihren Ehemann”. Der war zur Tatzeit außer Haus. Der vorsitzende Richter Dreyer sprach von einer „ganz massiven Tat”, die nicht auf Drogenabhängigkeit zurückzuführen sei. Nach Angaben ihrer Verteidigerin und ihrer Tochter – einer Ärztin – leidet die 75-Jährige unter posttraumatischen Belastungs- und Schlafstörungen. Trotz des Hinweises auf einen früheren Herzinfarkt hätten die Täter brutale körperliche Gewalt angewandt. Die Frau habe ständig Angst und Panikattacken. Sie selbst sagte, sie fühle sich selbst nicht mehr wohl im 1968 gebauten Eigenheim.

Rubriklistenbild: © dpa

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