An vielen Abenden nur wenige Gäste

Nur noch Vermietung: Letzte Kneipe in Martinhagen macht dicht

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Erinnerungsstücke: Die Zapfhähne ihrer ersten Zapfanlage bewahrt Martina Bollerhey in einem extra Kästchen auf. Den regulären Kneipenbetrieb beendet sie am 3. März. Danach können Interessierte die Räume nur noch für bestimmte Veranstaltungen buchen. 

Schauenburg. Am 3. März ist Schluss: Dann schließt Martina Bollerhey am späten Abend die letzte Kneipe in Schauenburg-Martinhagen zu.

25 Jahre hat Bollerhey den Treffpunkt (früher Rost) an der Wattenbergstraße im Ortskern geführt, unzählige Glas Bier gezapft und Gäste begrüßt. Jetzt stelle sie den regulären Kneipenbetrieb ein, sagt sie. Die Räume samt Bewirtung könnten Interessierte aber weiterhin für Veranstaltungen buchen.

Die 51-Jährige ist schon ein wenig traurig, dass es den Treffpunkt in der bisherigen Form mit festen Öffnungszeiten nicht mehr geben wird. Aber die Zahl der Besucher gebe ein solches Angebot im Ort nicht mehr her. An vielen Abenden saßen nur wenige Gäste bei einem Glas Bier in der Gaststätte. Das war zu wenig.

„Ich habe lange überlegt, wie es gehen kann“, sagt Martina Bollerhey. Immerhin hatte sie die Gasträume in ihrem Haus 2014 noch einmal komplett renoviert. Das sollte dem Betrieb neues Leben einhauchen. Doch diese Idee zündete nicht – jedenfalls nicht auf Dauer. Jetzt sei sie zu dem Ergebnis gekommen, den Treffpunkt nur noch zu bestimmten Anlässen zu öffnen. Beispielsweise für Geburtstage, Berufsjubiläen, Trauercafés, Hochzeiten und für Live-Musik-Abende. 40 bis 50 Plätze könne sie Gruppen anbieten. „Die Bewirtung ist immer dabei.“

70.000 Euro investierte Martina Bollerhey bereits im Jahr 2006 im Rahmen der Dorferneuerung in das alte Fachwerkhaus im Ortskern. Eine alte Inschrift belegt das Entstehungsjahr des Gebäudes. Dort heißt es, dass das Haus 1830 von Johannes Diederich Reitz und seiner Ehefrau Anna Catharina, geborene Grede, gebaut wurde. Anfang des 20. Jahrhunderts befand sich bereits eine Gaststätte in dem Haus. Fotos aus dem Jahr 1930 zeigen die Familie Rost vor ihrer Gastwirtschaft H. Rost.

Das kleine Foto aus dem Jahr 1930 zeigt die Familie Rost im Sonntagsstaat vor ihrer Gastwirtschaft mit dem Namen H. Rost.

Hauptberuflich arbeitet Martina Bollerhey bereits seit einigen Jahren als Angestellte in einem Büro. Durch das Schließen der Kneipe gewinne sie jetzt etwas mehr Freizeit, darauf freue sie sich, sagt sie.

Die Gaststätte hat einen Raucherraum, einen Kicker und Platz für 40 bis 50 Gäste. Infos: Martina Bollerhey, 0173/5202278.

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