Hamburgs Erster Bürgermeister bei der SPD Kassel-Land

Olaf Scholz für kostenfreie Kitas: Hamburg gibt 800 Mio. Euro jährlich dafür aus

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Stadtoberhäupter im Gespräch: Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz (links) sprach mit Baunatals Bürgermeister Manfred Schaub über die Entwicklung der Kommunen.  

Schauenburg. Wenn Olaf Scholz heute als Erster Bürgermeister von Hamburg die Elbphilharmonie eröffnet, dann hat er vier Eröffnungskonzerte vor sich.

Das jedenfalls sagte er beim Neujahrsempfang der SPD Kassel-Land am Montag im Elgerhaus in Elgershausen. Er sei froh, betonte der SPD-Vize, dass er für diesen demgegenüber geerdeten Termin in Nordhessen seine Zusage gegeben habe.

Der 58-Jährige kam am Ende seiner knapp einstündigen Rede zurück auf das 800 Millionen Euro teure Konzerthaus in Hamburg. „Es muss ein demokratisches Gebäude sein“, betonte der Erste Bürgermeister der Hansestadt. Sein Ziel sei es, dass jedes Hamburger Kind mal ein Konzert in der Elbphilharmonie hören werde. „Das ist eine Sache, um die will ich mich kümmern.“

Natürlich war der immer wieder als SPD-Kanzlerkandidat gehandelte Norddeutsche schnell beim Bundestagswahlkampf. Kanzlerin Merkel gehe nach der Devise vor: Ich glaube, ich mach mal weiter, sagte Scholz. Bei den Problemen um die Flüchtlingsströme und eine wachsende Globalisierung werde das allerdings diesmal nicht funktionieren. Eine Äußerung, wer nun für die Genossen bei der Wahl im September ins Rennen geht, gab es von Scholz allerdings nicht.

Der gebürtige Osnabrücker blieb bei seiner Kritik an Merkels Politikstil dennoch sachlich. Überhaupt verkörperte er an dem Abend im Elgerhaus eine wohltuende Entspanntheit, sprach mit vielen Besuchern, schrieb Autogramme und stellte sich für zahlreiche Handy-Fotos bereit. Selbst vom Essen (Geschnetzeltes und Spätzle) stand Scholz sofort auf, um noch ein Foto mit einem Parteifreund zu schießen.

In Hamburg kostet Kita nichts

Olaf Scholz spann den Bogen vom Mindestlohn über eine gute Ausbildung für Jugendliche bis hin zur Entlastung von mittelständischen Familien bei Kita- und Krippen-Plätzen. Ein Paar, beispielsweise zwei Angestellte eine Kaufhauses, müsse meist den Höchstsatz zahlen, weil das Gehalt bei der Berechnung eines Platzes zusammengenommen werde. Für die, die ganz normale Einkommen haben, müsse es eine Entlastung geben, betonte Scholz. „Nicht nur für die, die ganz wenig verdienen“. Hamburg hat seit einiger Zeit kostenfreie Kita-Plätze. „Das kostet die Stadt jährlich 800 Millionen Euro“, erläuterte der SPD-Vize. „Die Eltern brauchen das Geld für ihre Kinder.“

Unterbezirksvorsitzender Timon Gremmels ging auf das gute Ergebnis der Genossen bei der Kommunalwahl ein. „Wir haben ein 45-Prozent-Ergebnis hingelegt“, sagte er. „Das war ein Zeichen der Stärke.“

Am Ende gab Schauenburgs Bürgermeisterkandidat Michael Plätzer Gastredner Olaf Scholz noch Spezialitäten aus der Region mit auf den Weg: Zwei Ahle Würschte und einen Apfelschaumwein aus Schauenburg.

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