Köder mit Rasierklingen in Elgershausen: Polizei sucht DNA-Spuren

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So sehen sie aus, die Köder, von denen elf Stück mit Rasierklingen versehen in der Nacht zum Sonntag in Elgershausener Vorgärten in den Straßen Am Hang, Dachsbergstraße und Georgenstraße verteilt worden waren.

Elgershausen. Es ist ein Gefühl der Unsicherheit, das sich seit dem Wochenende bei Tierbesitzern im Schauenburger Ortsteil Elgershausen breitmacht.

In mehreren Gärten wurden mit elf Rasierklingen versehene Kloßteigköder gefunden. Betroffen waren die Straßen Am Hang, Dachsbergstraße und Georgenstraße. Es war gegen 23 Uhr am Samstagabend, als Petra Degenhardt durch das Bellen ihrer Mischlingshündin Coco auf die Terrasse gerufen wurde.

Aktualisiert um 17.20 Uhr

„Ich habe da zwei Menschen zügig die Straße entlanggehen sehen“, sagt die 39-Jährige. Ob es die Täter waren, die die Köder ausgelegt haben, kann aber weder sie noch die Polizei definitiv sagen. Als sie kurz danach mit Coco und ihrem Weimaraner George noch eine Runde um den Block drehen wollte, entdeckte sie den ersten Köder an ihrem Auto. „George hat am Auto geschnüffelt, und dann habe ich dort diesen Klumpen gefunden“, erinnert sich Degenhardt.

Als sie gesehen hatte, was in dem Klumpen war, ging sie mit ihrem ältesten Sohn durch die Nachbarschaft. „Dort haben wir noch weitere Köder gefunden und anschließend sofort die Polizei informiert“, sagt die Mutter dreier Kinder.

Auffällig sei gewesen, dass die Täter sich bestimmte Gärten für die Köder ausgesucht hätten. „Die Köder wurden offenbar ganz bewusst in Gärten von Hunde- und Katzenhaltern geworfen, das ist schon markant“, sagt Polizei-Pressesprecher Torsten Werner. Bislang seien aber noch keine verletzten Tiere gemeldet worden. Es sei nicht auszuschließen, dass die Täter ortskundig sind. Allerdings ruft der Polizei-Pressesprecher dazu auf, auch weiterhin wachsam zu sein. „Es kann sein, dass noch irgendwo Köder liegen“, sagt Werner. Sollte das der Fall sein, sollten Betroffene sofort die Polizei verständigen.

In Elgershausen ist man jetzt allerdings alarmiert. „Ich habe bei Facebook gelesen, dass es solche Köder auch schon mal in Sand gegeben hat, da ist man schon vorgewarnt. Normalerweise liegen die aber in Feldern und nicht in den Vorgärten“, meint Petra Degenhardt. Sie sei jetzt vorsichtiger. „Ich lasse meine Hunde erst mal nur in den Garten, da ist es sicher, da dort niemand hineinkommt“, sagt die 39-Jährige. Dennoch habe sie noch mal geguckt, ob nicht irgendwo ein Köder übersehen wurde.

Ganz vergessen könne man den Vorfall nicht. „Natürlich denkt man darüber nach, was hätte passieren können. Wenn ein Hund die Rasierklinge frisst, ist alles kaputt.“

Bei der Polizei ermittelt man nun wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz. „Wir untersuchen die Köder auf DNA-Spuren und ob auch Rattengift in ihnen ist“, erklärt Torsten Werner.

Die Polizei sucht Zeugen, die am Samstagabend verdächtige Beobachtungen gemacht haben. Hinweise an die Polizei unter Telefon 0561/9100.

Von Max Seidenfaden

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