Mitarbeiter der Post im Visier

Dieb ermittelt: Hunderte Briefe aus der Region verschwanden Ende 2013

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Auf dem Postweg verschwunden: Hunderte Briefe von öffentlichen Institutionen und Privatleuten kamen Ende Dezember im Raum Kassel weg. Betroffen war unter anderem die Gemeinde Schauenburg, hier Bürgermeisterin Ursula Gimmler am Postkasten vor dem Rathaus (kleines Foto). Das große Bild mit Briefkasten entstand in Bonn.

Kassel/Schauenburg. Der Postdieb, der für das Verschwinden von hunderten Briefen im Raum Kassel Ende Dezember verantwortlich ist, ist offensichtlich gefasst. Nach Informationen der HNA hat die Polizei schon vor einigen Wochen zahlreiche Postsendungen bei einem Mitarbeiter der Post entdeckt.

Offiziell wollen Staatsanwaltschaft und Polizei diese Entwicklung auf Anfrage nicht bestätigen.

In den vergangenen Wochen hatten die Behörden immer wieder darauf verwiesen, dass die Ermittlungen zu dem Fall liefen. Einzelheiten dazu wollten sie nicht nennen. Nach Informationen der HNA steht der mutmaßliche Täter aber schon längst fest. Es wird davon ausgegangen, dass dieser vermutlich für das Verschwinden hunderter Sendungen verantwortlich ist. Kerstin Nedwed, Sprecherin der Kasseler Staatsanwaltschaft, verwies gestern erneut auf die laufenden Ermittlungen. „Es gibt einen Verdächtigen. Mehr kann ich nicht sagen“, betonte sie lediglich.

170 Briefe aus dem Rathaus

Unter anderem waren Ende Dezember über 170 Briefe aus dem Rathaus der Gemeinde Schauenburg verschwunden. Nach Angaben von Bürgermeisterin Ursula Gimmler waren auch wichtige Briefe beispielsweise an Banken und Krankenkassen darunter. Nachfragen der Institutionen nach einiger Zeit brachten die Verwaltung schließlich zu dem Ergebnis: Die Briefe müssen gestohlen worden sein. Die Gemeinde erstattete Anzeige bei der Polizei.

Nach der Berichterstattung über diesen Fall meldeten sich zahlreiche Firmen und Privatleute bei der HNA. Viele gaben an, dass aus dem gleichen Zeitraum ebenfalls Post verloren gegangen sein muss. Eine Steuerberatungsgesellschaft aus Kassel ging davon aus, dass über 400 Briefe vom 17. Dezember nicht bei Kunden angekommen sind.

Firmen und Privatpersonen meldeten sich beispielsweise aus Spangenberg, Fuldatal und Vellmar, Privatleute aus Kassel waren auf der Suche nach ihrer Weihnachtspost. Einige hatten sich auch bei der Post über das Verschwinden der Sendungen beschwert, darauf hatten sie aber nur allgemeine Antworten bekommen.

Briefe werden verschickt

Nach Ende der Ermittlungen kann es übrigens durchaus sein, dass Adressaten oder Absender die verschollenen Briefe in die Hände bekommen. Das erläutert Thomas Kutsch, Pressesprecher der Post in Frankfurt.

Solange eine Sendung zustellfähig sei, werde diese mit einem Begleitschreiben der Post auch verschickt, sagt Kutsch. „Der eigentliche Eigentümer erwartet das auch“, betont er weiter. „Zum Teil werden die Sendungen neu verpackt."

Von Sven Kühling

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