Ungewisse Zukunft

Savoy-Pächter Fischer gestorben: Erinnerungen auch an legendären Kettelclub

Vor der Musikbox: Das historische Foto zeigt Elke, Liesel und Irmgard im legendären Kettelclub in Elgersjhausen. Foto: privat/nh

Schauenburg. Von weit her sind viele Leute gekommen. In ihre Stammdiskothek, in ihren geliebten Musikschuppen. Gemeinsam feiern sie, tanzen oder hören einfach Musik und trinken dazu ein Glas. So wie sie es immer getan haben - donnerstags in ihrem Savoy.

Gemeinsam erinnern die Gäste bei Rock und Blues an einen Mann, der das Savoy zu einer Institution in der Region gemacht hat. Pächter Klaus-Peter Fischer ist in der Nacht zuvor unerwartet gestorben. Am nächsten Morgen liegen Blumen vor dem Eingang des Hauses an der Korbacher Straße.

Viele trauern: Savoy-Pächter Klaus-Peter Fischer. Foto: privat/nh

Weggefährten und Freunde trauern gemeinsam mit der Familie um Klaus-Peter Fischer. Für viele überraschend ist der Macher der Musikkneipe, Jahrgang 1956, vergangene Woche gestorben. Über 30 Jahre war Fischer Pächter. Er war mehr, er war Teil des Savoys.

Das Haus an der Korbacher Straße war schon lange Gaststätte mit Tanzsaal. Vor allem in den 60er- und 70er-Jahren war der damalige Kettelclub eine Marke. Bands wie die „Kettels“, „Sonics“, „Ducks“ und „Secrets“ traten auf. Wer auf Beat stand, kam am Wochenende in den Kettelclub. Auch „The Rattles“ aus Hamburg und die australische Band „Easy Beats“ standen in Elgershausen auf der Bühne. Peter Maffay war ebenfalls da.

Der Kettelclub hat eine Generation geprägt. So intensiv, dass die Offensive aus Elgershausen seit einigen Jahren ein Kettelclub-Revival veranstaltet. Da erinnern Gruppen wie die „Brian Scotty Wilson Band“ und John Baker an die Zeit des legendären Beatschuppens.

Vor dem Kettelclub: Das Bild mit dem Musikzug entstand in der Zeit zwischen 1975 und 1980.

Und die Zeit davor? „Mein Großvater Heinrich Barthel hat das als Gaststätte und Tanzsaal gehabt“, erinnert sich Miteigentümerin Renate Schiffner, die das Haus über 30 Jahre an Klaus-Peter Fischer verpachtet hatte. Die Gaststätte hieß ab den 30er-Jahren „Gasthaus zu den Linden“. Ihr Großvater sei Metzger gewesen und habe in dem Gebäude eine Fleischerei und eben die Gaststätte betrieben, so Schiffner weiter. Danach habe die Hütt-Brauerei das Gasthaus übernommen. Peter Asthalter habe schließlich den Kettelclub daraus gemacht.

„Irgendwann kam Klaus zu meinen Eltern und sagte, dass er die Räume gerne pachten möchte“, sagt Schiffner und hält einen Moment inne. „Ich bin immer gut mit ihm zurecht gekommen. Vor meinem Urlaub haben wir noch zusammengesessen.“

Wie und ob es mit dem Savoy in Elgershausen weitergeht - das ist wohl noch nicht klar. Auf der Facebook-Seite der Diskothek hält das Savoy-Team dies noch offen. Auch Renate Schiffner weiß noch nicht, was kommt.

Vor dem Haus an der Ecke Poststraße sieht inzwischen alles so aus wie immer. im Vorbeigehen stellt man sich das Treiben vor im Savoy - wenn ausgelassen getanzt wird. Und Musik dringt durch die Tür hinaus auf die Straße.

Wer Bilder aus der Zeit des Savoy und des Kettelclubs hat, kann diese an die HNA schicken unter den E-Mail-Adressen: kreiskassel@hna.deoder online@hna.de 

Von Sven Kühling

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