Spendenaufruf im Internet

Gemeinde Schauenburg hat kein Geld für Weihnachtsbäume

Zu teuer: Die Gemeinde Schauenburg kann sich die Weihnachtsbäume für gemeindliche Einrichtungen nicht leisten. Auch ein Spendenaufruf blieb bislang erfolglos. Foto: dpa

Schauenburg. Weihnachten ohne Weihnachtsbaum - das ist für viele kein richtiges Weihnachtsfest. Genau das droht den Kindergärten und Dorfgemeinschaftshäusern in Schauenburg.

Denn die Kassen der Kommune sind leer, die Christbäume fallen der Konsolidierung zum Opfer. Um das zu verhindern, hat die Gemeindeverwaltung die Schauenburger dazu aufgerufen, Tannenbäume zu spenden. Gesucht werden Fichten und Tannen mit einer Höhe von zwei bis vier Metern. Auf der Internetseite Schauenburgs und im Schauenburg-Kurier, dem amtlichen Bekanntmachungsorgan der Gemeinde, findet sich folgendes Gedicht:

„Wie jedes Jahr freuen sich die Kinder auf ihren Baum, doch die Konsolidierung zerstört diesen Traum. Lassen Sie uns nicht hängen, die Kosten würden unsere Gemeindekasse sprengen. Haben Sie einen Tannenbaum abzugeben, halten Sie den Weihnachtstraum am Leben.“

Schon im vergangenen Jahr hatte die Gemeindeverwaltung wegen klammer Kassen zur Weihnachtsbaumspende aufgerufen. In den Jahren zuvor war die Kommune noch selbst für die Kosten aufgekommen. Zwischen 600 und 1000 Euro musste sie laut Schauenburgs Bürgermeisterin Ursula Gimmler (CDU) für die Weihnachtsbäume in den gemeindlichen Einrichtungen aufbringen.

Erstmalig 2013

2013 dann habe die Gemeindeverwaltung erstmals zur Baumspende aufgerufen. Damals habe man vornehmlich für die fünf örtlichen Kindergärten gesucht, so Gimmler. Dabei seien so viele Bäume gespendet worden, dass auch die Dorfgemeinschaftshäuser ausgestattet werden konnten. So erfolgreich verlief die Aktion in diesem Jahr bislang nicht.

Ursula Gimmler

„Es gab zwar Angebote, aber die Bäume kamen entweder vom Wuchs nicht infrage oder sie wären nur unter erschwerten Bedingungen zu entnehmen gewesen“, sagt Gimmler. „Wenn der Baum zu krumm gewachsen ist oder der Arbeitsaufwand für den Bauhof mehrere Stunden betragen würde, dann können wir das leider nicht machen“, erläutert sie die Problematik.

Inzwischen hätten zwei Kindergärten privat einen Christbaum aufgetan. Die Gemeinde will nun darüber entscheiden, ob sie zumindest für die restlichen Kindertagesstätten Christbäume kauft - „allein schon aus pädagogischen Gründen“, so Gimmler. „Ich gehe davon aus, dass wir auch für die anderen drei Einrichtungen eine Lösung finden“, sagt die Rathauschefin. Die Dorfgemeinschaftshäuser aber würden in diesem Jahr wahrscheinlich leer ausgehen. Vor dem Schauenburger Rathaus hingegen ist unterdessen ein etwa acht Meter hoher Nadelbaum aufgestellt worden. Auch der ist privat gespendet - wie bereits in den vergangenen Jahren. „Das hat wieder hervorragend funktioniert“, freut sich Gimmler.

Den Spendenaufruf finden Sie im Internet unter www.gemeinde-schauenburg.de

Von Nicole Schippers

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