Seit Jahren ein Zankapfel

Bürgermeisterin und Ortsvorsteherin streiten um Sirenen-Standort in Elmshagen

Streitobjekt in Elmshagen: Die Sirene für die Feuerwehr. Von diesem Privathaus an der Falkensteinstraße wurde die Anlage 2013 entfernt. Jetzt soll diese auf dem Gemeinschaftshaus am Ortseingang installiert werden. Archivfoto: Kühling

Schauenburg. Seit Jahren gibt es Streit um den Standort der Feuerwehr-Sirene in Elmshagen. Erst zwischen einer Familie, auf deren Haus an der Falkensteinstraße die Sirene stand, und Bürgermeisterin Ursula Gimmler (CDU). Und jetzt zwischen Ortsvorsteherin Alexandra Werner (SPD) und der Bürgermeisterin.

Werner fühlt sich und den Ortsbeirat des kleinsten Schauenburger Ortsteils bei der Suche nach einem neuen Standort übergangen.

Gemeinsam mit ihrem Stellvertreter, Erich Bachmann (SPD), hat sich die Ortsvorsteherin in einem offenen Brief gegen das Vorgehen der Verwaltungschefin ausgesprochen. Der Ortsbeirat sei zum wiederholten Mal wissentlich durch die Bürgermeisterin übergangen und Absprachen missachtet worden, heißt es da.

Sieht ihr Vorgehen gerechtfertigt: Bürgermeisterin Ursula Gimmler (CDU). Archivfoto: Malmus / nh

In der Ortsbeiratssitzung im Juli habe man sich noch auf keinen neuen Standort für die Sirene geeinigt, nachdem diese von dem Privathaus abgebaut worden war, erläutert Werner den Hintergrund im Gespräch mit der HNA. Die Bürgermeisterin habe noch eine Kostenschätzung für den Aufbau der Anlage auf einem anderen Privathaus und ein Schallgutachten vorlegen wollen, das geeignete Standorte im Ort ausweist. Doch dazu sei es gar nicht mehr gekommen. Gimmler habe inzwischen einfach den Aufbau der Sirene auf dem Gemeinschaftshaus am Ortseingang veranlasst, ohne den Ortsbeirat noch einmal einzubinden, erläutert die Ortsvorsteherin.

„Es geht um die Art und Weise“ 

„Nach der Hessischen Gemeindeordnung ist der Ortsbeirat zu allen wichtigen Angelegenheiten den Ortsteil betreffend zu hören“, betonen Alexandra Werner und Erich Bachmann in dem offenen Brief, der an die Mitglieder des Ortsbeirates, den Vorsitzenden der Gemeindevertretung Rolf-Martin Barkhof (SPD) und Bürgermeisterin Ursula Gimmler gerichtet ist. „Es geht uns in erster Linie nicht um den Standort“, sagt Werner. „Es geht uns um die Art und Weise.“

Fühlt sich von der Bürgermeisterin übergangen: Ortsvorsteherin Alexandra Werner (SPD). Foto: privat / nh

Bürgermeisterin Ursula Gimmler rechtfertigt indes ihr Vorgehen. Die Sirene liege nach dem Abbau von dem Privathaus seit 2013 herum, sagt die Verwaltungschefin. Sie als oberste Brandschützerin der Gemeinde habe jetzt handeln müssen. Darüber habe sie die Ortsvorsteherin und deren Stellvertreter zudem am Rande einer Gemeindevertretersitzung informiert. „Dann haben wir den Auftrag an eine Firma erteilt.“

Gimmler sieht ihre Pflicht der Information des Ortsbeirates erfüllt. Das Thema sei in dem Gremium behandelt worden, sagt sie. „Letztendlich kann ein Ortsbeirat auch nur empfehlen. Dann muss ich irgendwann mal entscheiden.“

Von Sven Kühling

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