Schauenburger Bürgermeisterkandidat Plätzer: Politik der umsetzbaren Ideen

Michael Plätzer, SPD-Bürgermeisterkandidat für Schauenburg, will am Wahlsonntag (29. Januar) der amtierenden Bürgermeisterin Ursula Gimmler (CDU) den Rang ablaufen. Foto: Naumann

Schauenburg. „Ich gebe es zu: Es gibt Bürgermeisterkandidaten mit deutlich längeren Parteiprogrammen“, sagt Michael Plätzer. „Meine Ideen sind dafür aber wirklich umsetzbar.“

Plätzer kommt gar nicht erst ins Schwadronieren. Er, der Bürgermeisterkandidat der SPD für Schauenburg, verabscheut Politiker-Versprechen, die am Ende nicht eingehalten werden können. Insofern kommt er mit Themen, die auf den ersten Blick eher bescheiden wirken. Er will nachts wieder die Straßenbeleuchtung einschalten, er will einen Bürgerbus anschaffen, er will eine Beratungsstelle für ältere Menschen im Rathaus installieren, er will die Kinderbetreuung in den Kitas bedarfsgerechter organisieren, er will eine „Aufenthaltsfläche“ für junge Leute schaffen.

Und? Kann man damit eine Wahl gewinnen? Plätzer ist sich der Tatsache bewusst, dass Schauenburgs Spielräume nicht gerade groß sind. Die Gemeindekassen sind leer, jedes Jahr fährt die Kommune neue Defizite ein. „Wir haben weder Rücklagen noch die nötigen Einnahmen“, sagt Plätzer, der für das neue Haushaltsjahr mit einem 400 000- Euro-Minus rechnet.

Angesichts dieser Zahl kommt Plätzer dann doch noch auf die harten Themen zu sprechen. Es ginge darum, deutlich mehr Geld hereinzubekommen. Plätzer will Werbung machen – vor allem für das Gewerbegebiet Elgershausen. Zwar hätten dort schon einige ortsansässige Firmen Quartier bezogen, „jedoch sind nur wenig neue Unternehmen hinzugekommen“, sagt er. So will er als Bürgermeister viel enger mit der IHK, mit einschlägigen Gewerbemessen und auch mit der Uni Kassel zusammenarbeiten. „Allein die Uni produziert jedes Jahr viele Firmen-Gründer, da sehe ich in jedem Fall Möglichkeiten.“ Von einer Gewerbesteuererhöhung will er zunächst einmal die Finger lassen.

Sehr große Qualitäten

Auch das Thema Breitbandversorgung ist für ihn wichtig. „Wir kriegen weder Gewerbe noch junge Leute nach Schauenburg, wenn sich an der Breitbandversorgung hier nichts ändert.“ So setzt er vor allem auf die Ausbauinitiative der Breitband Nordhessen, obwohl er weiß, dass Teile von Schauenburg nach wie vor vom Kasseler Anbieter ACO besetzt sind. Inwieweit das in Sachen Breitbandentwicklung ein Hemmnis sein könnte, darüber ist sich Plätzer selbst noch nicht im Klaren. „Wir müssen wohl in jedem Fall sehr dicke Bretter bohren“, sagt Plätzer.

Bei allen Schwierigkeiten, die der Sozialdemokrat als Bürgermeister auf sich zukommen sieht, liebt er doch seine Gemeinde. „Ich bin mit meiner Familie nicht umsonst von Nordshausen hierher gezogen“, sagt Plätzer, der erst kürzlich in Elgershausen gebaut hat. Er sagt, dass er in Schauenburg sehr große Qualitäten sehe. Das sei zum Einen diese unglaubliche Landschaft und Natur, zum Anderen die ideale Anbindung über die L 3215 und die A 44. „Und überhaupt: Die Leute, die hier leben, überzeugen mich. Ich denke, in Schauenburg schlummern viele gute Potenziale, die bislang nur noch nicht wirklich genutzt wurden.“

Zur Person

Beim HNA-Lesertreff am Dienstag, 17. Januar, können Interessierte ihre Fragen zum örtlichen Geschehen an die drei Bürgermeister-Kandidaten Ursula Gimmler (CDU), Michael Plätzer (SPD) und Gerhard Schaumburg (Offensive) stellen. Beginn der Veranstaltung, die von den HNA-Redakteuren Peter Ketteritzsch und Sven Kühling moderiert wird, ist um 19 Uhr im Elgerhaus in Elgershausen.

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