Schaumburgs Bürgermeisterin Gimmler reagiert auf Vorwürfe: „Nie jemanden gemobbt“

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Vorwürfe gegen Rathauschefin: Ursula Gimmler (CDU) wehrt sich gegen Vorwürfe, dass die Personalfluktuation im Rathaus sehr hoch sei.

Schauenburg. Gibt es im Rathaus der Gemeinde Schauenburg übermäßig viele Kündigungen? Beim HNA-Lesertreff vor der Bürgermeisterwahl war das bereits Thema.

Nun gibt es konkrete, detaillierte Vorwürfe eines Schauenburgers, der anonym einen Brief an die HNA geschickt hat. Dazu bezieht die derzeit noch amtierende Amtsinhaberin Ursula Gimmler (CDU) nun Stellung.

In dem Brief berichtet der Schreiber davon, dass seit dem Amtsantritt von Ursula Gimmler im Jahr 2005 „25 Verwaltungsangestellte gekündigt“ hätten, „weil sie dem Mobbing und der Willkür der Bürgermeisterin nicht mehr ausgesetzt sein wollten“. Unter den Mitarbeitern seien auch mehrere gewesen, die in Leitungsfunktionen im Schauenburger Rathaus gearbeitet hätten. Dort herrsche „Angst und Schrecken“, behauptet der Briefeschreiber. Die Abmahnungsquote in der Verwaltung liege bei „1,42 Abmahnungen/Mitarbeiter“.

Mitarbeiter umorientiert

Bürgermeisterin Ursula Gimmler (CDU), die noch bis Juni im Amt sein wird, äußert sich gegenüber der HNA zu den Vorwürfen. Seit sie ihr Amt angetreten habe, hätten insgesamt 15 Mitarbeiter gekündigt, sagt sie. 50 Mitarbeiter seien insgesamt im Rathaus beschäftigt, davon nicht alle in Vollzeit. Gekündigt hätten die Mitarbeiter aus unterschiedlichsten Gründen: Die einen traten besser bezahlte Jobs an, die anderen orientierten sich um und arbeiteten jetzt in ganz anderen Bereichen. Aus Gründen des Datenschutzes könne sie aber nicht genauer auf einzelne Positionen eingehen.

Dass sie Mitarbeiter aus dem Rathaus gemobbt habe, bestreitet Gimmler. „Ich kann mit Fug und Recht behaupten, dass ich nie jemanden bewusst gemobbt habe“, sagt die 50-Jährige. Vielleicht habe dies aber jemand so empfunden, weil der Druck im Laufe der Jahre gestiegen sei, vermutet sie. Wie alle Kommunen müsste auch Schauenburg mit immer weniger Mitarbeitern immer mehr schaffen, der Druck auf jeden Einzelnen nehme dadurch also zu. „Das wird von manchen vielleicht schnell als Mobbing deklariert.“

Insgesamt bewertet sie selbst ihren Führungsstil als „manchmal zu flapsig“. Autoritär sei sie nicht. „Ich habe generell immer gefordert und gefördert.“

Die Angabe des anonymen Briefeschreibers, es habe pro Mitarbeiter 1,42 Abmahnungen gegeben, stimme nicht. Dann hätte es – für alle 50 Mitarbeiter – deutlich mehr als 50 Abmahnungen geben müssen. „In meiner gesamten Amtszeit waren es etwa fünf Abmahnungen“, betont die Bürgermeisterin. Willkürlich habe sie darüber allerdings nicht entschieden, alles habe eine Geschichte.

Mit Kritik könne sie insgesamt gut umgehen, sagt Ursula Gimmler. Die Anschuldigungen empfinde sie jedoch als Verleumdung. „Es ist erschreckend, was in diesem Brief formuliert wird.“ Sie ist sich sicher: Wäre sie ein Mann, gebe es solche Vorwürfe überhaupt nicht, da sie schlicht als durchsetzungsstark gelten würde.

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