Laufarbeit in eisiger Kälte

SPD-Kandidat Michael Plätzer geht in Schauenburg von Haustür zu Haustür

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Begegnung an der Haustür: SPD-Bürgermeisterkandidat Michael Plätzer schenkte in Hoof auch Ernst Tittlack einen seiner roten Kugelschreiber.

Schauenburg. Michael Plätzer, der für die SPD ins Schauenburger Rathaus einziehen möchte, will die Hälfte aller Haushalte in der Gemeinde im Bürgermeisterwahlkampf besuchen.

Wahlprogramme sind gut, aber die meisten Wähler verbinden mit Politik immer ein Gesicht. Das ist für einen Zugereisten, der sich in einer noch überwiegend dörflich strukturierten Gemeinde um das Bürgermeisteramt bewirbt, ein Handicap. Michael Plätzer, der erst vor rund eineinhalb Jahren aus dem benachbarten Kasseler Stadtteil Nordshausen ins Elgershäuser Neubaugebiet umgezogen ist, nimmt den Nachteil sportlich. Das bedeutet momentan viel Laufarbeit in eisiger Kälte.

Der Laboringenieur der Universität Kassel hat eine Woche Urlaub genommen, um „mein Gesicht zu zeigen“, wie er es formuliert. So begrüßt er auch freundlich die Hausbewohner, wenn diese nach seinem Klingeln die Tür öffnen. „Ich wollte fragen, ob Sie Anregungen haben, die ich mitnehmen kann“, fügt er noch hinzu. Bei seiner Tour durch die Kurt-Schumacher-Straße bekommt er gleich zweimal die gleiche Antwort: In Schauenburg müssten die Straßen und Wege in der Dunkelheit wieder erleuchtet sein, sagen ein älterer Herr und eine ältere Dame. Plätzer strahlt und fühlt sich bestätigt. Denn es gehört zu seinem Wahlprogramm, Schauenburg nachts wieder leuchten zu lassen, und zwar mit energiesparenden LEDs. Der ältere Mann bleibt dennoch skeptisch. Mal sehen, was von den Versprechen nach der Wahl noch übrig bleibe, sagt er zu dem Kandidat. „Das werden wir einhalten“, antwortet Plätzer.

Neben vielen roten Kugelschreibern hat der SPD-Kandidat auch Zettel verteilt, auf die die Bürger Wünsche und Anregungen schreiben und an ihn zurücksenden können. „Ich will wissen, wo den Menschen der Schuh drückt“, erklärt Plätzer. Das Gespräch mit den Bürgern wolle er auch regelmäßig suchen, wenn er in das Amt gewählt werde. Früher habe er als Ortsvorsteher von Nordshausen einmal im Jahr Hausbesuche gemacht.

Die Resonanz sei bisher gut gewesen, berichtet Plätzer. „Alle sind nett und aufgeschlossen“, sagt er. Doch längere Gespräche an der Haustür sind eher selten. Eine junge Frau öffnet Plätzer nur kurz. Sie habe gerade noch geschlafen und müsse gleich zur Arbeit, entschuldigt sie sich. Manchmal muss sich der Kandidat auch mit einem Gespräch durch die Sprechanlage zufriedengeben. Dafür habe er Verständnis, sagt er. Schließlich sei erst vor ein paar Wochen eine Seniorin in Breitenbach in ihrer Wohnung überfallen worden. Ist keiner zu Hause, hängt er einen Infotext an die Klinke.

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