Streit in Schauenburg: Elgerhaus-Konzept liegt auf Eis

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Führt bisher ein Schattendasein: Das Veranstaltungszentrum Elgerhaus in Schauenburg-Elgershausen soll eigentlich über die Gemeindegrenzen bekannt werden. Bisher scheitert das noch an einem Kompetenz-Streit. 

Schauenburg. Kein WLAN, keinen Beamer, keine moderne Ton-, Licht-, und Sicherheitstechnik und eine marode Fassade: 15 Jahre ist das Veranstaltungszentrum Elgerhaus in Schauenburg-Elgershausen bald alt und dringend sanierungsbedürftig.

Fast genauso lange wird diskutiert, wie es vermarktet werden kann.

Ein fast fertiges Konzept gibt es zwar, doch darüber, wer zuständig ist, gibt es Streit.

Im Mai hat es sich die Korbacher Firma „MW-Event Veranstaltungstechnik“ zusammen mit Bürgermeisterin Ursula Gimmler (CDU) und den Fraktionsvorsitzenden des Gemeindeparlamentes angesehen. „Die ganze Anlage entspricht nicht mehr den Standards der Veranstaltungstechnik“, sagt Stefan Müller, Chef von „MW-Event“. Zurzeit schreibt er auf, was am Elgerhaus getan werden muss. Im Juli soll seine Liste fertig werden. Erstellt wird sie unentgeltlich.

Eingeladen wurde Müller von Gerhard Schaumburg, Fraktionsvorsitzender der Offensive im Gemeindeparlament. Dieses Vorgehen kritisiert die Bürgermeisterin: Es sei nicht abgesprochen gewesen, dass Schaumburg die Firma beauftragt. „Eigentlich hat der Ältestenrat beschlossen, dass sich der Arbeitskreis Gemeindeentwicklung nur intern berät, aber keinen Außenstehenden beauftragt“, sagt Gimmler.

Zwischen Gimmler und Schaumburg hat sich derweil eine Kompetenz-Streit darüber entwickelt, wer das Vermarktungskonzept für das Elgerhaus federführend erarbeitet. Aus Gimmlers Sicht hat sich Schaumburg die Zuständigkeit einverleibt. Er sagt wiederum, das stimmt nicht -so weit, so diffus.

Weil ihr das Elgerhaus am Herzen liege, habe sie im vergangenen Jahr ein Vermarktungskonzept erarbeiten lassen, das so gut wie fertig sei, sagt Gimmler.

Wie es dazu kam: Nach einem Beschluss des Ältestenrates im November hat der „Arbeitskreis Gemeindeentwicklung“ das Vorhaben übernommen, weil es zu dessen Aufgaben gehöre, so Gimmler. „Die Fraktionen haben dem zugestimmt.“ Schaumburg ist Mitglied dieses Arbeitskreises, den es allerdings, so Schaumburg, gar nicht mehr gebe - mangels Interesse anderer Fraktionen.

„Mich überrascht, dass ich mich jetzt um das Konzept kümmere, diese Behauptung ist fast dreist“, sagt Schaumburg. Er habe lediglich zugesagt, sich dem Thema technische Ausstattung des Elgerhauses annehme, nicht der Vermarktung. „Wenn es so verstanden wurde, war das ein großes Missverständnis.“

Eine gute Nachricht gibt es dann aber doch noch, aller Verwirrungen zum Trotz: Zum 1. August zieht eine Tierarztpraxis ins Obergeschoss des Elgerhauses ein.

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