Wo träumen erlaubt ist: Liederabend des MGV Liederkranz

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Ein besonderer Höhepunkt des Abends: der gemeinsame Auftritt des Männergesangvereins Liederkranz mit dem Kinderchor der Rotenburger Jugendkantorei.

Breitenbach. Frisch und fröhlich, ganz und gar unverstaubt - so präsentierte sich der 120 Jahre alt gewordene Männergesangverein 1895 „Liederkranz" Breitenbach beim Liederabend

Mit über 50 tollen Stimmen, voller Optimismus und der Zukunft zugewandt trat er in der vollbesetzten und festlich geschmückten Mehrzweckhalle auf. Viele Prominente waren gekommen, aber auch Freunde und hochkarätige Akteure, um mit zu feiern mit den „alten Säcken, die nichts zu lachen haben“, dass sie „einen dreckigen Job machen, denn einer muss ihn ja machen“.

„Träumen ist ausdrücklich erlaubt“, betonte Peter Spieß, der seit 2003 amtierende, 13. Vorsitzende des Vereins, als er zusammen mit seinen von Michael Maiwald dirigierten Mitstreitern allen Gästen ein „Buona Sera, Signorina“ zurief und zu einer musikalischen Reise um die Welt einlud.

Ehrer und Geehrte: Rudolf Frank (von links), Helga Waßmann (für ihren Ehemann Erwin), Wolfgang Ritter, Horst Rehn, Sängerkreis-Alheimer-Ehrenvorsitzender Heinrich Meier, Herbert Fiedler, Walter Dziadek, Heinrich Küch, Bernd Eberlein, Gerrit Fiedler, Manfred Sieber, MGV-Vorsitzender Peter Spieß, Klaus Hildebrand und Ulrich Werner.

Erster Gastchor war der Gospelchor Lengers. Unter der Leitung von Karl-Heinz Siebert besang er Gottes Gegenwart („Heaven is in my Heart“) und spätestens mit dem immer wieder neu interpretierten „Hallelujah“ von Leonard Cohen erreichte er die Herzen der Zuhörer. Ähnlich erging es den von Horst Tann inspirierten „Saxy-phones“ aus Weiterode, die mit dem „Washington-Post-Marsch“ und der fast 50 Jahre alten Erkennungsmelodie der Kultserie „Raumpatrouille“ überzeugten.

Später blendeten die Vollblutmusiker noch weiter zurück, als sie die vor über 100 Jahren auf Geheiß von Kaiser Wilhelm II. in das „Volksliederbuch für Männerchor“ aufgenommene Weise „Horch, was kommt von draußen rein“ auf ganz neue Art und Weise an den Mann brachten.

Emotionaler Höhepunkt des Abends war der Auftritt des von Eva Gerlach geleiteten Kinderchors der Rotenburger Jugendkantorei.

Für „Schau auf die Welt“ von John Rutter und „Vater, behüte uns“ von Georg Friedrich Händel - beide Stücke am Klavier begleitet von Helgo Hahn - ernteten sie lang anhaltenden Beifall, der in Beifall im Stehen mündete, als sie gemeinsam mit den Jubilaren die Unheilig-Hymne „Geboren um zu leben“ interpretierten. „Englischer“ hielten es die von Michael Maiwald geleiteten „Pellatones“, die mit gefühlvoll vorgetragenen A-Capella-Stücken zu überzeugen wussten.

Weitere Höhepunkte setzten natürlich auch die Gastgeber. Nach dem Herbert-Grönemeyer-Hit „Männer“, bei dem sich Moderator Rolf Möller als Solist auszeichnete, und dem Udo-Jürgens-Ohrwurm „Ich war noch niemals in New York“ gab es kein Halten mehr und nur noch Trampeln und den „Zottelmarsch“ als Zugabe.

Von Wilfried Apel

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