Unterstützerkreis in Elmshagen hilft Asylbewerbern im Hotel Tannenhof

Täglicher Deutschunterricht: Die Mitglieder des Unterstützerkreises Michael Lange (stehend, von links), Christiane Weiand, Dagmar Zindel, Jana Helferich und Sigrid Gescholowitz helfen den Flüchtlingen, die Sprache zu lernen. Fotos: De Filippo

Schauenburg. In Schauenburg-Elmshagen hat sich ein Unterstützerkreis für Flüchtlinge gebildet. 15 Freiwillige erleichtern den Asylbewerbern ihren Start in Deutschland.

Wer als Flüchtling nach Deutschland kommt, ist mit vielen Problemen konfrontiert: Das Land und seine kulturellen Eigenheiten sind neu, die Sprache fremd, die Bürokratie verwirrend. Dass sich an vielen Orten Unterstützerkreise gebildet haben, erleichtert den Asylbewerbern den Start in der Fremde - so auch in Schauenburg-Elmshagen. Dort sind es zurzeit 15 Freiwillige, die den Flüchtlingen zur Seite stehen.

Jens Schultheis

„Wir leben in einem Land, in dem es seit 70 Jahren keinen Krieg mehr gab. Jetzt müssen wir denen helfen, die nicht so viel Glück hatten“, sagt Michael Lange. Der 71-Jährige gehört zu der Gruppe, die sich seit Mai um Flüchtlinge kümmert, die im Tannenhof untergebracht sind. Hauptsächlich organisiert er einen Fahrdienst, begleitet die Familien zu Ärzten, Ämtern und Schulen. Und auch ganz Alltägliches, zum Beispiel den Weg zur nächsten Bushaltestelle, erklärt er den Menschen.

Ein Hauptproblem der Neuankömmlinge sind natürlich die mangelnden Sprachkenntnisse. Und auch dabei bekommen sie Hilfe vom Unterstützerkreis: Jeden Tag findet in der Unterkunft selbst organisierter Deutschunterricht statt. „Das wird sehr gut angenommen.

„Wir müssen diese Menschen integrieren und ihnen zeigen, dass sie nicht allein sind.“

Die meisten sind motiviert, weil sie etwas erreichen möchten“, sagt Sigrid Gescholowitz, die vor ihrer Pensionierung als Lehrerin arbeitete. Für sie sei ihr Engagement ein Akt der Menschlichkeit. „Wir müssen diese Menschen integrieren und ihnen zeigen, dass sie nicht allein sind.“

Seit zweieinhalb Monaten leben Asylbewerber im Tannenhof - zurzeit sind es 41. Die anfängliche Skepsis vieler Einwohner Elmshagens sei längst einer großen Hilfsbereitschaft und Offenheit gewichen, hat Christiane Weiand vom Unterstützerkreis beobachtet: „Dieses Thema geht uns im Ort alle an. Wir sind ein christliches Land, da kann man nicht einfach wegschauen“, findet sie. Die Menschen, die aus Äthiopien, Somalia, Pakistan, Irak, Eritrea, Syrien und Albanien stammen, würden von den meisten Einheimischen freundlich aufgenommen.

„Wir sind unendlich dankbar für die Hilfe der Freiwilligen“, sagt Jens Schultheis, der die Flüchtlingsunterkunft im Auftrag des Landkreises leitet. Wann immer Hilfe benötigt werde, könne er sich an die Mitglieder des Unterstützerkreises wenden - oft auch spontan, wenn jemand beispielsweise zum Arzt müsse. „Die Menschen sehen, dass wir uns kümmern und sie ernst nehmen.“ (pdf)

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