RP hat Genehmigung für Rotoren erteilt

Wanderweg muss der Windkraft weichen

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Neue Strecke am Lindenberg: Jörg Dreismann aus dem Schauenburger Rathaus schildert die Umleitung für den Habichtswaldsteig aus. Oberhalb dieses Punktes könnten schon bald die Arbeiten für den Windpark beginnen.

Schauenburg. Wer derzeit auf der Extratour „H 4“ des Premiumwanderweges Habichtswaldsteig unterwegs ist, der stößt oberhalb von Breitenbach auf eine Absperrung. Die gewohnte Strecke über den Lindenberg wird durch eine Umleitung ersetzt, die den Wanderer direkt nach Martinhagen weiterführt.

Aufgrund von Waldarbeiten und den ersten Arbeiten für den Windpark Lindenberg musste die prämierte Wanderstrecke verlegt werden. Das berichtet Bürgermeisterin Ursula Gimmler (CDU) auf Anfrage der HNA.

Der Aufbau der fünf Windräder kann jederzeit beginnen. Nach Angaben von RP-Sprecher Michael Conrad wurde die notwendige Genehmigung nach Bundes-Immissionsschutz-Gesetz inzwischen erteilt. Das bedeute im Prinzip Baurecht. Die nordfriesische Firma GP Joule plant auf dem an sie verpachteten Gelände einen Windpark mit fünf 200 Meter hohen Rotoren.

Auf dem bewaldeten Gebiet werden bereits die Zufahrtswege zu den Standorten der Windanlagen vorbereitet. Schließlich müssen große Transporter und Kranwagen während des Aufbaus bis weit in den Wald vordringen.

„Das ist schon abgesteckt für die Baumaßnahme“, sagt auch Jörg Dreismann, im Schauenburger Rathaus zuständig für den Habichtswaldsteig. Die Wandertour müsse deshalb großflächiger umgeleitet werden. Vom Schönberg aus führe die Route nun in einer direkten Linie Richtung Martinhagen zum Freizeitsee, wo sie wieder auf die gewohnte Strecke treffe.

Ob der Wanderweg nach dem Bau der Windanlagen auf die ursprüngliche Trasse am Lindenberg zurückkehrt, ist noch nicht ganz sicher. Laut Dreismann müssen die Kriterien für einen Premiumwanderweg gewahrt bleiben. Und für breite, geschotterte Wege, wie sie jetzt für die Windparkzufahrten entstehen, gebe es möglicherweise Abzüge.

Die Zertifizierer des Deutschen Wanderinstitutes sprächen dabei von „Waldautobahnen“, ergänzt Claudia Thöne von der AG Habichtswaldsteig. Auch sie hält es für möglich, dass es bei der Nachzertifizierung im Jahr 2015 eventuell Punktabzüge geben könnte. Und das könnte das Prädikat gefährden.

Möglicherweise wird das Schauenburger Rathaus, das für das Teilstück des Wanderweges zuständig ist, aber die Windanlagen sogar für den Habichtswaldsteig nutzen. Laut Dreismann wird geprüft, ob man im Abschnitt Lindenberg eine Art „Lehrpfad Windenergie“ installiert. Damit könne man möglicherweise zusätzliche Punkte für die erneute Zertifizierung sammeln, sagt er.

Und entstehen der Gemeinde Schauenburg Kosten für die Markierung der Umleitungsstrecke? „Nein“, sagt Jörg Dreismann, die umfassende Ausschilderung des Habichtswaldsteiges bleibe an der Ursprungsstrecke bestehen. Die Umleitung jetzt erfolge mit selbst gefertigten Schildern.

Von Sven Kühling

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