Partei breitet sich in Region aus

AfD will Ortsverbände in Fuldabrück und Schauenburg gründen

Fuldabrück / Kreis Kassel. Die Partei Alternative für Deutschland (AfD) will noch in diesem Jahr Ortsverbände in Fuldabrück und Schauenburg gründen. Damit untergliedert sich der bestehende Kreisverband Kassel-Land weiter.

Der Sprecher des Kreisverbandes Kassel-Stadt, Manfred Mattis, und der stellvertretende Sprecher des Kreisverbandes Kassel-Land, Prof. Günter Hesse, sehen viel Potenzial für die noch junge Partei. „Wir haben noch viel vor“, sagt Mattis. Die Mitgliederzahlen stiegen, so Mattis – besonders seit den Wahlerfolgen in Thüringen und Sachsen und bei der Europawahl.

Der Kreisverband Kassel-Land habe derzeit 68 Mitglieder, beim Kreisverband Kassel-Stadt seien es 71. Auch der Kreisverband Kassel-Stadt wolle sukzessive Ortsverbände gründen, kündigt der Rechtsanwalt Mattis an. Zudem werde die Partei um politische Ämter auf kommunaler Ebene kandidieren, wenn sie geeignetes Personal habe, so der 58-Jährige weiter.

Hesse bestätigt diese Pläne auch für den Kreisverband Kassel-Land: „Wenn wir ein wichtiges Thema in einem Ort haben und eine Person dafür, dann stellen wir uns auf. Wir wollen auf jeden Fall in die kommunalen Parlamente.“

Über kommunale Themen gibt die gemeinsame Internetseite der beiden Kreisverbände bislang wenig Aufschluss. Konkret benannt werden dort nur die Schlagworte „Fernbusbahnhof“ und „Städtische Kliniken“. Darunter findet sich lediglich ein Verweis auf Zeitungsartikel. „Das ist noch ein zu beackerndes Feld“, räumt Hesse ein. Bislang habe die AfD keine konkreten Änderungsvorschläge zu einzelnen Projekten in Gemeinden, abgesehen davon, dass Suedlink nicht gebaut werden solle. Neben der Autobahnbrücke in Fuldabrück seien die neuen Windparks im Reinhardswald ein Thema: „Wir sind dafür, dass das Erneuerbare-Energien-Gesetz gestrichen wird, dass also nicht noch größere Anteile der Energieversorgung auf die erneuerbaren Energien gestellt werden, weil dann die Probleme größer werden“, sagt der 67-jährige Hesse. Wie allerdings in Zukunft ein Energiemix aussehen soll, sei parteiintern noch nicht geklärt.

„Wir stehen für einen neuen Politikstil“, sagt Mattis. Die AfD wolle eine sachliche und ideologiefreie Politik, in der nüchtern über Vor- und Nachteile sowie Kosten informiert wird, so die beiden Sprecher. Die Kritik an ihrer Partei führen sie darauf zurück, dass ihnen ihre Einstellung zu Europa übel genommen werde. „Wir wollen in Frieden und Freiheit und Wohlstand miteinander leben. Aber wir wollen nicht unbedingt den europäischen Zentralstaat“, sagt Hesse. Im Grundgesetz stehe, dass die Bundesrepublik mitarbeitet an einem vereinten Europa, nicht an einem vereinigten Europa, so der pensionierte Volkswirtschaftlehre-Professor. „Ich betone das: Wir betreiben grundgesetzkonforme Europapolitik.“

Mit dem Vorwurf des Rechtspopulismus gehe er völlig entspannt um, so Mattis, weil er wisse, dass die AfD keine rechte Partei sei. Mattis betont, dass er in einer freien demokratischen Gesellschaft leben möchte, in der es Rechte und Linke gibt. Beide Sprecher bezeichnen ihre Partei als liberal-konservativ.

www.afd-kassel.de

Von Nicole Schippers

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